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Ohne Schwimmflügel

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Es gibt zu wenig für den Schwimmunterricht ausgebildete Sportlehrer an Grundschulen. Es stehen zu wenig Deputatsstunden zur Verfügung, und es gibt nicht genug Sportstätten, an denen ein qualifizierter Schwimmunterricht möglich ist: Soweit war sich die Expertenrunde beim Bürgerforum der Bürgerstiftung Obersulm am Montagabend in der Kelter Eichelberg einig. Unterschiedliche Auffassungen hatten die Diskussionsteilnehmer beim Abend unter dem Motto "Schwimmförderung – Rettungsring für Grundschüler" beim Einsatz ehrenamtlicher Helfer für die Verbesserung des Schwimmunterrichts.

Gefordert sehen die Experten vor allem die Politik bei der Verbesserung des Lehrplans und der Lehrerausbildung, aber auch die Eltern, um Kindern frühzeitig das Schwimmen beizubringen. "Tatsache ist, immer weniger Grundschüler können schwimmen, wenn sie auf weiterführende Schulen kommen", sagte Sportwissenschaftler Dr. Klaus Reischle vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg.

 

Konzept


"Dieses Thema ist uns so wichtig, dass wir heute mit Experten diskutieren und lernen wollen, was wir besser machen können", sagte Dr. Herbert Wolf, Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung, zu Beginn.

Schulleiter Eric Sohnle stellte das Obersulmer Schwimmförderkonzept an seiner Schule vor, das in Klassenstufe drei mit zwei zusätzlichen Sportstunden und einer Schwimmlehrerin ansetzt.

"Wir müssen uns auf die Nichtschwimmer unter den Schülern konzentrieren", forderte Dr. Klaus Reischle. Sein Modell "Schwimmfix", das in Klassenstufe 2 wie im Lehrplan vorgesehen ansetzt, finanziert die Manfred-Lautenschläger Stiftung. Dabei unterrichten vorwiegend Sportstudenten Grundschüler in Kleingruppen in elementaren Bewegungsarten im Wasser. Darauf werde dann in Klassenstufe 4 aufgebaut. "Wie kamen Sie darauf, den Schwimmunterricht zu fördern?" wollte Moderator Jens Nising von Harry Murso, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, wissen. "Wenn man ein Gewässer wie den Breitenauer See vor der Haustür hat, ist es wichtig, dass die Kinder, bevor sie auf weiterführende Schulen gehen, schwimmen können", so Murso.

 

Jubiläum


Den Ausschlag habe das 100er DLRG-Jubiläum am Breitenauer See gegeben. Alt-Bürgermeister Murso kritisierte die Weigerung des Landkreises, die Schülerbeförderung von der Schule zum Schwimmbad zu finanzieren.

Für die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch ist Schwimmen Lebensqualität. "Dass teilweise nur 20 Prozent der Schüler, die auf weitergehende Schulen gehen, schwimmen können, ist ein Anlass, über die künftige Organisation des Sportunterrichts nachzudenken", so die Politikerin aus Untergruppenbach. "Zu wenig Lehrer wählen in der Ausbildung zum Sportlehrer Schwimmen als Fach", sieht Heinz Frommel vom Sportlehrerverband ein Ausbildungsproblem. "Ich kann mir vorstellen, dass die DLRG bei der Lehrerweiterbildung im Schwimmbereich aktiv mithilft und auch Helfer stellt", bot DLRG-Kreisgeschäftsführer Peter Bartsch Unterstützung an.

 

Verantwortung


"Die Verantwortung bleibt immer beim Lehrer und Schulleiter", sieht Martin Rall, Sportlehrer und Schwimmprojekt-Koordinator, den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte im Schwimmunterricht skeptisch.

"Sehr interessant, ich habe nicht gewusst, dass Sportlehrer für das Schwimmen eine Extra-Ausbildung brauchen", hat Renate Heuser die Diskussion gefallen. "Als Mutter finde ich das Förderangebot der Bürgerstiftung, Schwimmunterricht zu ermöglichen, generell gut", sagte Besucherin Birgit Haala


 

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