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Problematische Verkehrsführung

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Autobahn, B 27 samt Sperrung, zehntausende Pendler pro Tag aus dem Umland – die Schattenseite der prosperierenden Wirtschaft bekommt die Stadt zwischen Obereisesheim und Dahenfeld, Amorbach und Rötel zu spüren. Polizei und Ordnungsamt erläutern, wo es besonders eng zugeht, öfters kracht und warum.

Obwohl in dem Geschäft mittlerweile Schuhe statt Instrumente in den Regalen stehen, nennen viele das Aufeinandertreffen von Brücken- und Landesstraße vor Obereisesheim immer noch Musikland-Kreuzung. 19 Unfälle haben sich dort im Zeitraum von drei Jahren ereignet, zwei Menschen wurden dabei schwer verletzt, 21 leicht. Die Kreuzung bereite seit langem Kopfzerbrechen, führt der Neckarsulmer Polizeirevierleiter Bernhard Mai aus. Eine Reihe von Maßnahmen habe aber zu einer Verbesserung geführt: Die Ampelschaltung wurde verändert, um einen besseren Abfluss des Verkehrs zu ermöglichen. Das Linksabbiegen von Obereisesheim Richtung Untereisesheim ist nicht mehr möglich. "Vor allem nachts, wenn die Ampel aus ist, hat es durch Linksabbieger oft gekracht", sagt der Revierleiter. Auch ein Kreisverkehr würde die Lage nicht verbessern, meint der Beamte: "25 000 Fahrzeuge pro Tag ist eine zu hohe Belastung."

 

Perspektive


Viel Post erreicht Ordnungsamtsleiter Bernd Pfitzenmaier wegen der Einmündung der Brückenstraße von Obereisesheim in die Kanalstraße – die Stelle passieren täglich 29 000 Fahrzeuge. "Viele sehen die Situation nur aus ihrer Perspektive", sagt der Amtsleiter. Dass längere Grünphasen für die einen längere Rotphasen für den anderen bedeuten, werde oft übersehen. Die Verkehrsbeziehungen seien kompliziert, "zudem ist die Kreisstraße sehr belastet, der Stau reicht oft bis zum Heilbronner Klärwerk."

Eher nachts kracht es auf der Einmündung der Heiner-Fleischmann- in die Wilhelm-Herz-Straße. Sieben Unfälle in einem Jahr hat die Polizei gezählt, die meisten beim Linksabbiegen aus Richtung Kino und McDonald’s – 15 000 Fahrzeuge passieren die Stelle täglich. "Wenn die Vorstellung aus ist, stehen die Autos oft bis zum Kino", sagt Bernhard Mai. "Die Leute haben länger gewartet und versuchen, jede Lücke zu nutzen."

Eindeutige Regeln seien nicht das Problem, meint Ordnungsamtschef Pfitzenmaier. "Ist die Bedarfsampel nicht in Betrieb, legen Schilder die Vorfahrt fest. Vielleicht muss die Ampel länger in Betrieb sein." Der eine oder andere auf dem Weg nach Heilbronn denke zudem noch nicht an die neue Unterführung bei den Kaufland-Verwaltungsgebäuden, ergänzt der Beamte.

Drei Tote Weniger, dafür schwerere Unfälle ereigneten sich auf der Landesstraße zwischen Amorbach und Dahenfeld: Drei Tote, ebenso viele Schwerverletzte und fünf Leichtverletzte weist die Drei-Jahres-Bilanz aus. "Das Problem sind gefährliche Überholmanöver", sagt Bernhard Mai. Der Abschnitt ist wegen der schweren Unfälle seit langem Thema der Verkehrsschauen von Stadt, Landkreis und Polizei. Verbessert habe die Situation die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde. "Das kontrollieren wir immer wieder mit Lasergeräten", sagt der Beamte. 

An manchen Stellen stoßen die Regulierungsmöglichkeiten aber an Grenzen, etwa an der Einmündung der Grabenstraße in die Felix-Wankel-Straße. Dort beachten die Autofahrer häufig die von rechts wie links kreuzenden Fahrradfahrer nicht. "Wir rechnen mit einer hohen Dunkelziffer von Unfällen, die uns gar nicht erreichen und nicht in der Statistik auftauchen", meint Revierleiter Bernhard Mai. An Hinweisen auf die Gegebenheiten mangelt es nicht: Schilder regeln die Vorfahrt, der Radweg ist rot auf die Fahrbahn gemalt.

"Einige Autofahrer scheinen von den vielen, gleichzeitig ablaufenden Dingen überfordert zu sein", sagt Ordnungsamtsleiter Bernd Pfitzenmaier. Er sieht nicht nur die Behörden in der Pflicht: "Verkehrsschilder befreien Autofahrer und Radler nicht von ihrer Verantwortung. Da kann auch die Verkehrsschau nichts machen."


 

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