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Abgehängt und lahmgelegt

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Ärger. Frust. Unverständnis. "Wir fühlen uns ausgeliefert und nicht ernst genommen", sagt Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser. Mit seinem Güglinger Kollegen Klaus Dieterich hatte er zum Pressegespräch mit Vertretern der Kabel BW geladen. Doch die Rathausleute blieben unter sich. "So geht es uns die ganze Zeit. Das Kommunikationsunternehmen hat wohl ein Kommunikationsproblem", sagt Kieser sauer.

 

Probleme


Der Ärger mit dem Internetanbieter hat im Juni begonnen. "Wir hatten von 4. bis 11. Juni, also eine komplette Woche, im Rathaus kein Internet", berichtet er. "Bei uns war es im August so", ergänzt Dieterich. "Wir hatten zwei Tage gar kein Internet und den Rest der Woche nur eine Leistung von zwei Megabit pro Sekunde statt 100, also praktisch gar nichts." Er weiß von Nordheim und Ilsfeld, dass die Verwaltungen dort im Sommer ebenfalls Probleme hatten. Und in Schwaigern seien die Kindergärten abgehängt gewesen.

"Ohne Internet kommt die ganze Verwaltung zum Stillstand", schimpft Dieterich. Alle Arbeitsplätze seien ohne PC undenkbar. "Bis heute haben wir keine Klarheit, warum es zu den Ausfällen kam. Im September hatten wir wieder zwei Tage kein Internet", berichtet Kieser weiter. Er möchte jetzt "unsere Bürgerinnen und Bürger informieren". Konkret bedeute der Ausfall des Internets, dass die Stadt keine Rechnungen bezahlen, weder Geburten noch Sterbefälle erfassen kann, dass An-, Ab- oder Ummeldungen nicht bearbeitet und weder Reisepässe noch Personalausweise beantragt werden können.

 

Versehen


"Mails an uns werden nach vier Tagen automatisch gelöscht", ergänzt Hauptamtsleiter Steffen Heinrich. "Und wir können die Bürgerinnen und Bürger nicht informieren, weil wir weder die Homepage aktualisieren, noch auf das Amts- und Mitteilungsblatt zurückgreifen können", so Kieser. "Internet ist nicht alles, aber ohne Internet geht heute nicht mehr viel." Heinrich hat die Zahl der Anrufe über die Störungshotline von Unitymedia Kabel BW dokumentiert: 28 Anrufe sind es allein in der Störungswoche mit teilweise 45-minütiger Dauer. "Mutmaßlicher Grund laut einem Mitarbeiter im Service-Center sei, dass es einen betriebsinternen Fehler innerhalb von Kabel BW im Zuge der SEPA-Umstellung gegeben habe", sagt Heinrich.

Demnach sei die Stadt aus Versehen als "säumige Zahlerin" erfasst und ihr Internetzugang gesperrt worden. "Wir lassen abbuchen und konnten schnell nachweisen, dass dem nicht so ist", betont Heinrich. Doch weder der Nachweis noch der Austausch eines Modems brachte Abhilfe. Die Stadt habe nur mithilfe des Standesamts in Cleebronn und des Einwohnermeldeamts in Nordheim einen rudimentären Betrieb gewährleisten können und einen Anwalt eingeschaltet. Doch es sei aufwendig, den Schaden nachzuweisen. "Wie kann man Ärger bewerten?", fragt er. Kabel BW habe der Stadt dann "aus Kulanz" eine Monatsgebühr erlassen. "Aber wir brauchen Sicherheit für unser Dienstleistungsunternehmen", betonen Dieterich und Kieser unisono. "Woher sollen wir wissen, wann wir das nächste Mal ein Problem haben?"

 

Bedauern


Auf Nachfrage bedauert Kabel-BW-Pressesprecher Helge Buchheister den Internet-Ausfall bei der Stadt Brackenheim. "Wir entschuldigen uns für die dadurch entstandenen Beeinträchtigungen", schreibt er. Aus noch ungeklärter Ursache sei bei dem Ausfall im Juni leider die im Service-Vertrag vereinbarte Zeitspanne überschritten worden. Das werde sorgfältig analysiert, die Erkenntnisse daraus zur Prozessoptimierung eingesetzt. Buchheister verspricht, dass die Firma Maßnahmen definieren werde, um derartige Ausfälle für die Zukunft zu vermeiden.


 

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