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Abgespeckte Container-Lösung

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Die Dammschule wird in der bevorstehenden Sanierungsphase nicht komplett geräumt. Der Unterricht wird nicht in 250 Container verlegt, deren Anmietung die Stadt Heilbronn 3,8 Millionen Euro kosten würde.

Der Heilbronner Gemeinderat entschied sich am Dienstagabend mehrheitlich für die kostengünstigere der beiden Varianten: Grund- und Realschule werden nicht in einem, sondern nacheinander in zwei Bauabschnitten saniert. Ein Teil der Schüler bleibt trotz laufender Bauarbeiten im Schulgebäude, während die anderen in (nur noch) 82 Container ziehen. Die werden eingeschossig (statt dreigeschossig wie in Variante 1) zu 20 Klassenzimmern und Nebenräumen an der Paulinenstraße zusammengefügt. 

Ist Bauabschnitt 1 beendet, ziehen die Containerschüler in den renovierten Teil zurück; der andere Teil der Schüler macht den Bauarbeitern Platz und bezieht dann die frei gewordenen Container. Der Nachteil dieser Variante: Die Bauarbeiten dauern insgesamt 15 Monate länger: 39 statt 24 Monate. Die Schüler und Lehrer verbringen aber insgesamt weniger Zeit in der Containerschule.

 

Zwei Millionen billiger


Die Schulgemeinde hatte sich wie berichtet die Variante Kompletträumung gewünscht. Die deutlich höheren Kosten (3,8 Millionen Euro Containermiete gegenüber 1,8 Millionen) sollten keine Rolle spielen. Das hatten Rektoren, Eltern, Lehrer und Schüler dem Bauausschuss vor einer Woche mit auf den Weg gegeben.

Der entschied sich nun anders: "Wir müssen alle Heilbronner Schulen im Blick haben und können nicht so viel Geld in eine einzige Schule stecken", begründete CDU-Stadtrat Thomas Randecker die Überlegungen seiner Fraktion. Ihm ist wichtig, dass wieder mehr Sachlichkeit in die emotional aufgeladene Atmosphäre an der Schule kommt. "Da wurde viel Unwahres verbreitet."

Eine gerechte Verteilung knapper Mittel ist auch der SPD wichtig, sagte Stadtrat Gerd Kempf. Ein Argument für die zweite Variante sei der kürzere Aufenthalt im Container. Er gab sich aber immer noch "entsetzt", dass einige Realschullehrer wider besseren Wissens bezweifeln, dass die Dammschule statisch sicher sei.

Alexander Habermeier (Grüne) schloss sich der preisgünstigeren Variante an, trotz längerer Bauzeit. Er schlug vor, dass die Baufirma lärmgedämmte Maschinen verwendet und auch samstags arbeitet.

Gottfried Friz (FDP) wünscht sich, dass sich Schule und Verwaltung als Verbündete und nicht als Gegner sehen. Die "zweifellos vorhandenen Sicherheitsängste" an der Schule kommentierte Malte Höch (Freie Wähler) so: "Da ist in der Kommunikation mit der Verwaltung wohl einiges falsch gelaufen." Stadtrat Hasso Ehinger (Bunte Liste) und Alfred Dagenbach (Pro) plädierten als einzige für die teurere Variante 1 mit 250 Containern.

 

Stimmen hinterher


Grundschulrektorin Brigitte Matt akzeptiert die demokratisch gefällte Entscheidung. Als Schulleiterin sei sie aber enttäuscht, dass die Finanzen letztendlich den Ausschlag gaben. "Ärgerlich" findet Zehntklässlerin Tamara Sauer (15) den Ausgang der Abstimmung. "An unsere Lernbedingungen denken die gar nicht."


 

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