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Verrückte Hühner und Opern-Gockel

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In der Ferne kräht ein Hahn. Es wird hell, die Tür vom Hühnerstall fliegt auf. Heraus spazieren Prillan und Majros. Die beiden Hühner im Flügel-Kostüm sind von Kopf bis Fuß, also vom Kamm bis Kralle, auf einen neuen Tag eingestellt: "Gackadogock, gackadidü! Wir lieben den Morgen, wir lieben die Früh". Lautes Vogelgezwitscher (aus der Dose) mischt sich ins Gegacker auf der Bühne im Bürgerzentrum. Kater Findus springt auf den Tisch und räkelt sich. Nur Pettersson hat schlecht geschlafen.

 

Umbau


Er hockt im Bett, zieht sich das Kissen über den Kopf und möchte nicht aufstehen. Findus habe ihm mit seiner Hüpferei den Schlaf geraubt. Das Beste wäre, Findus würde ausziehen, damit jeder ungestört und nach seiner Façon glücklich wird. Schnell ist eine Lösung gefunden. Die 300 Zuschauer, Kinder wie Erwachsene, verfolgen gebannt, wie die vier lustigen Gesellen gemeinsam umbauen. Aus dem alten Plumpsklo im Garten entsteht im Handumdrehen ein neues Eigenheim. Hier könnte Findus nun nach Herzenslust hüpfen. Doch etwas einsam ist es, und außerdem schleicht der Fuchs umher. Das Krähen des Hahns Caruso, der seine Sangeskunst trainiert, geht Kater Findus gehörig auf die Nerven. 

"Findus zieht um" heißt das neue Stück des Theater on Tour aus Darmstadt. Beeindruckend ist das farbenfrohe Bühnenbild (Stefanie Volkmar), das vom Hühnerstall über Petterssons Wohn- und Schlafstube bis zum Plumpsklo bühnenfüllend ein ländliches Panorama bietet, in dem sich durch Türen und Drehvorrichtungen szenische Veränderungen so leicht herstellen lassen, als blättere man eine Seite im Bilderbuch um.

Für Kinder ab vier Jahren sind sowohl die Geschichte "Findus zieht um" (Sven Nordqvist) als auch die Sprache der Bühnenfassung (Niklas Hennecke) verständlich. Dennoch hätte man sich gewünscht, dass die Regie (Kosmas Chatziioannidis) das Hüpfen des Katers nicht nur behauptet, sondern – dem Bewegungsdrang der Zielgruppe entgegenkommend – szenisch umsetzt.

 

Station


Brackenheim ist nach der Premiere die zweite Station, so läuft es noch nicht ganz rund. Die Rollen auskosten und auch einmal den Blickkontakt zum Publikum wagen ist nicht Sache der zwei Hauptfiguren: Dem etwas behäbigen Pettersson (Ulrich Göke) und dem eher schnurrigen Kater (Cecilia Ward) fehlt Präsenz.

Selbst eine Steilvorlage, wie der Alarmanlagen-Tango (der Krach soll den diebischen Fuchs verschrecken), geht über ein angedeutetes Tänzchen nicht hinaus. Ein leichtes für das Federvieh die beiden an die Wand zu spielen: Köstlich wenn Milan Mraz als Hahn Caruso die Attitüde von Opern-Stars parodiert und von den beiden verrückten Hühnern, alias Sabine Neudeck und Katharina Vana, angehimmelt wird.


 

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