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Sich austauschen und Spaß haben

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Im Foyer hängen alte Spielpläne aus dem Jahr 1992, auf denen die Misch-Maschs gegen die Oldies angetreten sind. Die Leute von der Sesamstraße haben 1985 den fünften Platz belegt, wie eine Urkunde verrät. Auch jetzt klatschen in der Eichbotthalle Hände auf Leder, fliegen rote Federn durch die Luft, springen Menschen am Netz in die Höhe. Die evangelische Jugend in Leingarten (EJL) hat am Wochenende ihre 30. Indiacade veranstaltet.

 

Verschiedenheit


Der Kirchengemeinderat tritt gegen die Flying Mammutz an, die Ritter der Kokosnuss gegen die Reiter. Die Indiacade war schon immer ein Ort, an dem ganz unterschiedliche Gruppen zusammengekommen sind. Das war einer der Gründe, warum Werner Hoffmann 1982 das erste Turnier beim damaligen CVJM Großgartach ausgerichtet hat. "Wir wollten versuchen, die Jugendarbeit in der Kirche als Einheit darzustellen. Irgendwie kochte jeder sein eigenes Süppchen", erinnert sich der 52-Jährige.

Wie in jeder relativ großen Organisation wisse die Linke oftmals nicht, was die Rechte tue. Die Indiacade sollte daher neben dem Spaß am Sport auch viel Raum bieten, sich kennenzulernen und auszutauschen. Ob Kirchengemeinderat, Posaunenchor oder Bibelkreis – alle machten mit und waren begeistert. 

 

Freiluftspiel


Vom Gottesdienst in der Kirche ging es am Anfang am ersten Oktobersonntag rüber auf den Festplatz, denn eigentlich ist Indiaca ja ein Freiluftspiel. Doch diese Abhängigkeit vom Wetter führte auch zu Problemen. Man entschloss sich, in die Halle zu wechseln. "Aber da gab es dann recht wenige Jugendgruppen, also machten wir zwei Jahre Pause." 1990 folgte eine Blitz-Indiacade. Nur mit morgendlichen Anrufen kamen spontan 15 Mannschaften zusammen. Der Virus griff wieder um sich, und so ging es ab 1991 jährlich weiter. Nach 13 Turnieren gibt Hoffmann die Organisation ab. "Wir haben die Jungs und Mädchen zur Selbständigkeit erzogen, da konnte ich das mit gutem Gewissen anderen überlassen", sagt er.

Derzeit ist es ein Dreierteam, das die Federführung inne hat. Die beiden 17-jährigen Felix Rieker und Daniel Leitner sind für das Abendturnier der Erwachsenen zuständig, Michael Ziegler (23) für das Kinder- und Jugendturnier am Sonntag, das zum dritten Mal abgetrennt wurde.

Es gab viel Arbeit in den vergangenen Wochen. Zum Jubiläum wurden Medaillen geordert, Urkunden mussten gedruckt, die Mannschaften sortiert werden. Auch jetzt sind die Organisatoren am Schwitzen. Die Turnierpläne müssen neu geschrieben werden, weil diesmal die Mannschaften ihren Gruppen zugelost wurden. "Das war meine Idee, weil es immer hieß, die Turnierleitung schiebe guten Teams leichte Gegner zu", erzählt Michael Ziegler. Stattdessen geht es jetzt zu wie in der Champions League – allerdings mit 34 gelben Ü-Eier-Döschen.

 

Prägung


Für Ziegler ist es schon die 15. Indiacade. Als Jungscharkind in der zweiten Klasse sei das ein Höhepunkt gewesen, und das habe geprägt. "Ich trete immer noch mit den Leuten von damals an", sagt er.

Längst sind nicht mehr nur Kirchengruppen aus Leingarten vertreten. Es kommen auch Mannschaften von außerhalb oder von Vereinen des Ortes. Das freut Hoffmann. "Da kommen wir auch mit anderen Leingartener Gruppen in Verbindung und können uns kennenlernen." So wie das auch früher geklappt hat.


 

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