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Nur ein Missverständnis?

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Bei Intersport rumort es. Hat sich der Aufsichtsrat mit der neuen Organisationsstruktur verspekuliert? Bei Mitarbeitern und Mitgliedern der Genossenschaft gibt es zunehmend Stimmen, die mit Kim Roether als Vorstandsvorsitzenden unglücklich sind.

Klaus Jost, bis dato gleichberechtigter Vorstand, habe schon bei der Mitarbeiterversammlung deutlich gemacht, dass er mit der neuen Struktur nicht einverstanden ist, heißt es. Er steht schließlich als der große Verlierer da. Dass er weitermacht, gilt als unwahrscheinlich. Oder wendet sich das Blatt noch? Während Kim Roether auf Hochtouren daran schafft, die neue Struktur zu festigen, überlegen einige Mitglieder, ob sie die neue Struktur gerichtlich stoppen lassen können: weil in der Satzung ein Vorstandsvorsitzender nicht vorkommt. Dann wären Roether und Aufsichtsratschef Knud Hansen am Ende.

 

Versammlung


"Hier brennt der Baum", heißt es in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt. Immer mehr Mitglieder wollen eine außerordentliche Generalversammlung. "Herr Jost und wir Mitglieder wurden in diese Strukturreform nicht eingebunden, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt", schreibt ein anderer Sportartikelhändler. Dass Jost "degradiert" wurde, stößt auf Widerstand. Jost selbst hält sich bedeckt, was seine Zukunft angeht.

"Dass Jost nicht begeistert ist, das habe ich erwartet", sagt Knud Hansen, der die Strukturreform durch die Satzung gedeckt seht. "Hundertprozentig." Der Aufsichtsratschef bescheinigt Jost überdies, dass er in den vergangen Jahren hervorragende Arbeit geleistet habe. Und er betont, dass er weiter mit Jost arbeiten wolle. "Wir haben damit gerechnet, dass unsere beiden Vorstände weiter zur Verfügung stehen." Dass Roether als Vorstandsvorsitzender jetzt Josts Chef ist, sei ein "Missverständnis": Der Vorstand bleibe ein Kollektivorgang, erklärt Hansen "Es ist nicht so, dass es einen Chef gibt. Herr Roether ist nicht der Vorgesetzte von Herrn Jost." Nicht um Machtfülle für den Vorsitzenden, sondern um eine sinnvolle Aufgabenverteilung sei es gegangen.

 

Angst


Nach den Stimmen, die von Intersport in die Redaktion vorgedrungen sind, wird das intern von vielen anders gesehen. Und die Verunsicherung ist groß. Von Angst ist die Rede - vor allem unter den Mitarbeitern, die bisher für Jost gearbeitet haben. Es sei absehbar, dass auch die unteren Ebenen betroffen sein würden. Die enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern im genossenschaftlichen Sinne werde ebenfalls ausgehebelt. Von Abmahnungen die Roether habe aussprechen lassen ist die Rede. Und von Druck.

Hansens Wahrnehmung ist eine andere: "Dass Roether Ellenbogenpolitik betreibt, ist bei mir noch nicht angekommen." Die Mitarbeiter müssten sich nicht vor Angst im stillen Kämmerlein verkriechen. "Die Abläufe müssen neu definiert werden. Aber wir brauchen keine Hire- und Fire-Mentalität."

Ob Hansen und Roether damit durchkommen? Nicht alle Beobachter sind davon überzeugt. Die "extreme Blauäugigkeit Hansens" wird angeführt. Mitarbeiter machen sich Sorgen um die Marke, die schon durch den Fröhlich-Prozess beschädigt worden sei. Hansen wiederum möchte Intersport mit der neuen Struktur fit für die Herausforderrungen der Zukunft machen.


 

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