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Neues Jugendprogramm

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Es ist ein harter Kern klassischer Musikfreunde, der immer dann zusammenkommt, wenn der Kulturverein Oberes Bottwartal zu Bach, Beethoven oder Bartok ruft. Meistens ist der Rahmen im Schloss mit rund 100 Zuhörern überschaubar. Aber jetzt ließen sich gut 200 Beilsteiner die Gelegenheit nicht entgehen, klassische Musik auf hohem Niveau in der Stadthalle zu erleben. Die Bosch-Streichersolisten gaben ein Benefizkonzert zugunsten des Vereins. Der möchte im nächsten Jahr eine weitere Sparte eröffnen: Ein Kinder- und Jugendprogramm soll sich speziell an den Nachwuchs wenden.

"Damit kann man kein Geld verdienen", sagt die Vereinsvorsitzende Monika Streicher, "so etwas kostet." Den finanziellen Grundstock dafür halfen deshalb die Bosch-Streichersolisten zu legen. Bei freiem Eintritt spendete jeder Zuhörer am Schluss so viel ins Körbchen, wie ihm das Konzert wert war. Oberstenfelds Bürgermeister Reinhard Rosner, der die Zuhörer in Vertretung seines Beilsteiner Kollegen Patrick Holl zu einem "musikalischen Gipfelerlebnis" begrüßte, wollte allerdings "möglichst keine Geldmünzen klimpern" hören. 

 

Scheine


Hörte er auch nicht. 1500 Euro kamen in Scheinen zusammen. "Wir sind sehr zufrieden", freute sich Monika Streicher. Mit Improvisationstheater und Poetry Slam (literarischer Wettstreit mit selbst verfassten Texten) will der Kulturverein 2015 seine neue Jugendsparte starten. Seit über 25 Jahren sorgt er bereits für Musik-, Kabarett- und Kleinkunst-Erlebnisse im oberen Bottwartal. 

Das anspruchsvolle Programm der 2008 gegründeten Bosch-Streichersolisten sorgte für großen kammermusikalischen Genuss. Die meisten des etwa 20-köpfigen Ensembles – auch eine kleine Bläserbesetzung ist dabei – sind Mitarbeiter der Firma, ein paar Freunde kommen hinzu. Alle sind Virtuosen auf ihren Instrumenten. Deshalb reichen zwei Mal im Jahr intensive, vier- bis sechswöchige Projektphasen, um dem Programm den Feinschliff zu geben und damit dann zu Konzerten ins In- und Ausland zu reisen.

Als Solisten brachten sie diesmal den Gitarristen Adam Solta mit nach Beilstein, der bei einer spanischen Sonatina von Torroba und einem Paganini-Konzert in A-Dur technisch brillierte. Der in Tschechien geborene Musiker errang nach Studien in Pardubice, Rostock und Stuttgart zahlreiche Preise und wird mit seiner Konzertgitarre von verschiedenen Kammerorchestern für Soloauftritten engagiert. 

 

Sage


Mit Mozart begann der Abend. Ob die Sinfonie KV 84 in D-Dur wirklich vom Meister stammt, stellte Dirigent Robert Wieland sogleich in Frage: "Es gibt nur Kopien, kein Original." Das Stück könnte auch von dem äußerst produktiven, 17 Jahre älteren Carl Ditters von Dittersdorf stammen. In launigen Worten erzählte der geborene Frankfurter auch von Mozarts nächtlichem Begräbnis, von Paganinis Schlag bei den Frauen und Haydns 29 Jahre langem Wirken am Hof des Fürsten Esterhazy. Ob bei der Abschieds-Sinfonie in fis-Moll deshalb ein Musiker nach dem anderen die Bühne verlässt – "man weiß es nicht". Es gehe allerdings die Sage, so Wieland, dass "das Orchester nach der endlosen Zeit auf dem fürstlichen Schloss endlich mal Urlaub machen wollte". Mit einer Mandolinen-Serenade, bei der die Streicher die Saiten zupften, verabschiedeten sich die Solisten aus dem Hause Bosch, von den Zuhörern gefeiert.


 

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