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Neuer Antrieb für die E-Mobilität

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Die E-Mobilität braucht einfach etwas länger, als es sich Politiker und Branche vor einigen Jahren vorgestellt hatten. Wie herausfordernd der Weg dorthin ist, hat auch die Hochschule Heilbronn erfahren: Vier Jahre hat es von der Idee und der ersten Finanzierungszusage gedauert, bis jetzt im Campus Sontheim ein Prüfstand für Elektro-Autos aufgebaut und einsatzbereit ist. Nicht die Fahrzeuge selbst, sondern die elektrischen Antriebssysteme können auf der 1,5 Millionen Euro teuren Anlage untersucht werden – in der Simulation durchaus auch im Zusammenspiel mit Verbrennungsmotoren.

"Was lange währt, wird gut", sagte Rektor Jürgen Schröder gestern bei der Einweihungsfeier. Er ist sichtlich stolz auf die Einrichtung. Und darauf, dass Audi eine halbe Million Euro finanziert hat, weitere 600 000 Euro kamen vom Land, 400 000 Euro musste die Hochschule selbst aufbringen.

Als bundesweit einmalig rühmt Jürgen Schröder die Anlage, deren Grundstein bei einem gemeinsamen Frühstück im Neckarsulmer Audi-Restaurant Nuvolari mit dem damaligen Personalleiter Martin Rosik entstanden war. Ebenfalls am Tisch saß damals Gerhard Häußermann von der Thomas-Gessmann-Stiftung, die sich an dem Projekt mit zwei Stiftungsprofessuren beteiligt: Der neue Prüfstand will schließlich auch betrieben werden.

 

Vorsprung


"Eine halbe Million Euro – das machen auch wir nicht jeden Tag" sagte Stefanie Ulrich, Rosiks Nachfolgerin als Audi-Personalchefin in Neckarsulm. Sie erhofft sich natürlich möglichst viele gut qualifizierte Nachwuchsingenieure, die auf der neuen "Ideenschmiede für Mobilitätsfragen der Zukunft" ausgebildet werden. Denn: "Für Vorsprung durch Technik braucht man die richtigen Köpfe."

Audi-Ottomotorenentwickler Jürgen Königstedt aus Neckarsulm erklärte bei der Einweihung des Prüfstandes, warum die Elektrifizierung des Antriebsstrangs für das Unternehmen so wichtig ist: "Wir haben bei den Verbrennungsmotoren noch ein Effizienzpotenzial von zehn bis 15 Prozent. Damit werden wir es nicht schaffen, im Premiumsegment die CO2 -Ziele zu erreichen."

 

Experten


Professor Hermann Koch-Gröber von der Hochschule, ein Antriebstechniker, leitet das interdisziplinäre Projektteam, das den Prüfstand mit Leben erfüllt. Spezialisten für Elektromotoren sind ebenso beteiligt wie Experten für Leistungselektronik und Fahrerassistenzsysteme im Auto der Zukunft. Koch-Gröber möchte mit dem Prüfstand die Verbindungen zur Industrie vertiefen – nicht nur zu Audi. "Auch für Mittelständler ist das interessant", betont er. Die Hochschule mit ihren Professoren und Studenten könne auch zu solchen Projekten einen Beitrag leisten, hinter denen noch kein Serienentwicklungsauftrag stehe, erklärt er.

Natürlich geht es um die Fahreigenschaften, aber nicht nur, wie er an einem Beispiel verdeutlichte. "Würden Sie ein Auto fahren wollen, wenn es wie Ihre Bohrmaschine klingt?" Rektor Schröder wünscht dem Prüfstand auf alle Fälle viele interessante Projekte. Und seiner Hochschule, dass darüber zusätzliche Drittmittel erwirtschaftet werden können. 


 

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