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Täter sollen hinter Gitter

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Das Opfer leidet noch heute unter den Folgen der wochenlangen Quälereien und Misshandlungen. Dafür soll der Haupttäter aus Hohenlohe acht Jahre und sechs Monate in Haft. Das forderte die Staatsanwältin am Dienstagnachmittag. Sie rief der 2. Großen Jugendkammer am Landgericht Heilbronn noch einmal die unsagbaren und für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Taten in Erinnerung, die sich zwischen November und Januar in der Wohnung des Opfers abgespielt hatten. Der 19-jährige Hohenloher sei gezwungen worden, verdorbene Wurst zu essen, habe mit dem Mund Müll aufsammeln und sich entkleiden müssen. Er sei geschlagen und getreten worden und habe Handys, Laptop und Musikanlage abgeben müssen. Außerdem habe er Schutzgeld zahlen sollen und Kredite aufgenommen.

 

Berauscht


Der 22 Jahre alte Haupttäter hatte zugegeben, berauscht von der Macht gewesen zu sein, die er über das Opfer hatte. Fast wie im Film sei ihm alles vorgekommen. Todesangst, erklärte der Gutachter, habe das Opfer empfunden, nachdem ihm gedroht worden sei, in den Odenwald verschleppt und in ein Erdloch gebuddelt zu werden.

Sein Mandant habe die "unschönen" Taten eingeräumt und wisse, dass er "Mist gebaut" habe, sagte der Verteidiger und forderte eine Strafe von nur viereinhalb Jahren. Wie das Opfer sei er ein Heimkind, habe eine schwere Kindheit hinter sich. Durch seinen Drogenkonsum sei er nur vermindert schuldfähig, führte der Verteidiger aus. Wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten stand sein Mandant bereits vor Gericht, hat neun Voreintragungen.

 

Vorstrafen


Sechs Voreintragungen hat der mitangeklagte Freund. Ihm konnte nicht bei jeder der acht Einzeltaten Mittäterschaft nachgewiesen werden. Für ihn verlangte die Staatsanwältin eine zweijährige Haftstrafe ohne Bewährung, da er bereits die letzte Bewährung gebrochen hat. Sein Verteidiger forderte maximal acht Monate Strafe.

Einig waren sich Staatsanwältin und Verteidiger bezüglich eines Freispruchs für die damalige Freundin des Haupttäters. Ihr könne man keine Mittäterschaft nachweisen, auch wenn sie in einem Fall die Fahrerin gewesen sei. Der angehenden Europasekretärin sei bereits die Hauptverhandlung eine Lehre gewesen, sagte der Vertreter der Jugendgerichtshilfe. Die Vertreterin der Nebenklage forderte "eine möglichst lange Zeit des Nachdenkens" für den Haupttäter.


Termin

 
Freitag, 24. Oktober, 15 Uhr, verkündet die 2. Große Jugendkammer das Urteil


 

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