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Bürgerbus wird Dauerangebot

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Aus der Testphase wird eine Dauereinrichtung: Zweimal wöchentlich dreht der Obersulmer Bürgerbus seit einem Jahr seine Runden. Sechs ehrenamtliche Fahrer steuern mittwochs und freitags zwischen 14 und 18.30 Uhr dreimal mit dem Kindergartenkleinbus 28 Haltestellen in allen Ortsteilen an. Nach einem Gespräch mit den Fahrern und Koordinatorin Karin Koletzko, Vorsitzende des VdK Ortsvereins Affaltrach, schlug die Verwaltung dem Gemeinderat jetzt vor, das Angebot auf unbefristete Zeit beizubehalten.

 

Kapazität


"Der Bürgerbus wird genutzt. Er wird von allen Beteiligten als sinnvoll eingestuft. Alle Fahrer bleiben bei der Stange", berichtete Bürgermeister Tilman Schmidt, ohne Fahrgastzahlen nennen zu können, weil kein Fahrpreis erhoben wird. "Die Kapazität reicht aus, es gibt wenig Lehrfahrten", sagte Schmidt.

Die Frage nach den Kosten des Bürgerbusses stellte kein Ratsmitglied. Dabei war Kämmerer Karlheinz Schmidt bestens vorbereitet. "Ich kalkuliere die Betriebskosten mit 50 Cent je Kilometer, bei 18 Kilometern pro Runde und sechs Fahrten in der Woche hat mein Computer Kosten von 2800 Euro im Jahr errechnet", sagte er auf Anfrage der Heilbronner Stimme. Auch die Kosten für den Erwerb des Personenbeförderungsscheins und die medizinische Untersuchung der Fahrer hatte die Gemeinde übernommen.

"Es gibt Stammgäste und Gelegenheitsmitfahrer", berichtete Karin Koletzko. Diese gingen zum Friseur, zum Einkaufen oder zum Arzt. "Für mich ist wichtig, dass Jung und Alt den Bus nutzt, auch die Mitnahme eines Rollators ist kein Problem." Auch jüngere Leute nähmen das Angebot gerne in Anspruch, um etwa in die Lernbar oder in die Bücherei zu kommen. Die Einrichtung sei eine super Sache, so Koletzko. "Der Bus ist ein Kommunikationstreffpunkt. Manche Alleinstehende fahren nur wegen der Gesprächsmöglichkeit mit. Sie haben kein konkretes Ziel", weiß einer der ehrenamtlichen Fahrer, Helmut Gilde.

"Wir haben eine Anfrage von Senioren, ob man sie nicht mit der schweren Einkaufstasche näher an die Haustür fahren könnten", sagte Armin Waldbüßer (Grüne). "Das machen wir bereits", antwortete Gilde. "Ich habe mir die Zeit genommen, eine Runde mitzufahren und habe alles erlebt, was man erleben kann", erzählte Peter Dossow (SPD). Mitfahrende Frauen hätten den Bus und dessen Fahrer über den grünen Klee gelobt.

 

Zustimmung


"Der Bus hat sich bewährt. Wir unterstützen die Beibehaltung", signalisierte Thomas Lüdecke die Zustimmung der CDU. "Der Bus ist eine wunderbare Sache", lobte Helmut Heuser (FWV). "Ist es denkbar, wie in Weinsberg, den Bus auf Anruf kommen zu lassen?" wollte Hermann Hohl (CDU) wissen. "Das können wir bei unserem Modell Bürger fahren Bürger nicht leisten", so der Schultes.


 

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