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Lokführerstreik trifft Bahnreisende

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Am Heilbronner Hauptbahnhof stehen am Mittwochmorgen um 7 Uhr ungefähr 20 Menschen in der Vorhalle und blicken ratlos auf die Anzeigentafel. "Bisher sind alle Züge in Richtung Stuttgart ausgefallen", erklärt ein Wartender. "Und das, obwohl sie laut Internet hätten fahren sollen."

Er sei extra ganz früh aufgestanden, um sich zu erkundigen und stehe jetzt trotzdem hier, sagt ein weiterer Fahrgast. Ein Zug nach dem anderen sei plötzlich laut Anzeige gestrichen worden. Er hoffe jetzt auf den Zug um kurz vor 8 Uhr.

"Es war klar, dass nicht jeder Zug fährt, aber dass es so dicke kommt, dachte ich nicht", sagt Waltraud Wasser aus Lehrensteinsfeld. "Die Informationen sind total schlecht, im Internet war nicht zu erkennen, welcher Zug fährt und welcher nicht." Sie müsse nach Stuttgart zur Arbeit. "Ich komme natürlich viel zu spät."

Laut Bahn soll etwa ein Drittel der Fernzüge nach Fahrplan fahren. Im Regionalverkehr will die Bahn 50 bis 60 Prozent des regulären Fahrplans aufrechterhalten. Die Anzeigetafeln weisen jedoch darauf hin, dass es zu Verspätungen kommen kann. Auf der Internetseite der Deutschen Bahn kann man sich informieren, welche Züge ausfallen. Zudem wurde eine kostenlose Service-Nummer eingerichtet: 08000-996633.

 

Stadtbahnen


Auf den Bahnsteigen der S-Bahn-Linien vor dem Heilbronner Hauptbahnhof zeigt sich ein anderes Bild: Regelmäßig fahren Linien der S 4 und der Stadtbahn Nord ein. Auf der Informationstafel wird zwar vor dem Streik gewarnt, die Bahnen werden jedoch normal angezeigt. "Wir haben bisher nichts vom Streik mitbekommen", erklärt eine Gruppe Schüler. "Wir gehen davon aus, dass wir normal in die Schule nach Weinsberg kommen."

Nach AVG-Auskunft kann es aber auch in der Region zu einzelnen Zugausfällen der Linien S 4, S41 und S 42 kommen, da die AVG teilweise Fahrer der Deutschen Bahn beschäftigt. "Leider wissen wir aber meist erst dann, dass ein Zug ausfällt, wenn der zuständige Fahrer nicht zum Dienst erscheint", sagt Pressesprecherin Sarah Breuer. Die Fahrgäste sollten am besten etwas mehr Zeit für ihren Weg zur Arbeit einplanen

 

Leere Bahnhöfe


Der Stuttgarter Hauptbahnhof war am Mittwochmorgen fast leer, viele Fahrgäste hatten sich auf den Streik eingestellt und anderweitig arrangiert. "Das Modell, dass es ein Ersatzkonzept gibt, scheint von den Reisenden gelernt zu sein", sagte eine Bahn-Sprecherin in Stuttgart. Die Kioskbetreiber legten nur etwa die Hälfte ihres normalen Angebotes in die Auslagen. Für sie ist jeder Streiktag ebenfalls mit Kosten und Umsatzeinbußen verbunden.

Auch auf der sonst stark frequentierten  Pendlerstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart fahren die Züge nur alle zwei Stunden. Ein Chaos bleibt am Morgen allerdings aus. Viele Pendler sind offensichtlich auf das Auto oder andere Alternativen umgestiegen. 

Der GDL-Bezirksvorsitzende im Südwesten, Lutz Dächert, sprach von 70 bis 80 Prozent Ausfällen. "Es ist nicht unsere Absicht, die Reisenden zu ärgern, aber wir ärgern uns über die sture Haltung der Bahn", sagte er. Der "Schwarze Peter" liege bei der Bahn. Die Bahnmitarbeiter "da draußen sind stinksauer." Komme es zu einem weiteren Streik, könne der noch ausgeweitet werden, warnte Dächert. Dieses Mal werde der Personenverkehr etwas verschont.

Die Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL legen bundesweit ihre Arbeit nieder. Bereits am Dienstag hatte ein Streik im Güterverkehr begonnen, der am Freitagmorgen enden soll. Der Personenverkehr soll bis Donnerstag um 21 Uhr bestreikt werden. Zuletzt waren die Lokführer Anfang November in den Ausstand getreten.


 

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