Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Bleiben oder umziehen?

zurück zur Übersicht
Man trifft sich in der Stadtbibliothek. Zum Lernen, zum Schmökern, ja auch zum Flirten. Vor allem dienstagnachmittags wird es häufig richtig eng zwischen den Bücherregalen. So eng, dass Bibliotheksleiterin Monika Ziller ihre Forderung nach anderen Verhältnissen mit Nachdruck erneuert.

 

Medienhaus


Ein Literatur- und Medienhaus für Heilbronn? Im OB-Wahlkampf war es Thema, ein Wunschtraum, der noch nicht ausgeträumt ist. Schon vor zwei Jahren hatte die Chefin der Stadtbibliothek ein Auge auf den leerstehenden ersten Stock vom "Alex" geworfen, die 250 Quadratmeter grenzen direkt an ihre Räume. Hier gäbe es ausreichend Platz für Lesungen und für all die Gruppen und Grüppchen, die sich in der Bibliothek zum Lernen zusammenfinden.

Wie Berivan Akbulut (19) und Rahmiye Cicek (18) vom Berufskolleg (BK) Wirtschaft der Gustav-von-Schmoller-Schule. Oft eilen sie mit ihrer Arbeitsgruppe gleich nach Schulschluss ins K 3, damit sie sicher einen Platz erwischen. "Vor jeder Klausur" sind sie hier, oft in verschiedener Besetzung. Auch Albina Abazaj (17) und Ebro Celik (18) vom technischen BK an der Johann-Jakob-Widmannschule wissen das Lernen in der Bibliothek zu schätzen: Es ist anders als zu Hause, man ist ungestört, trifft Klassenkameraden und hat Zugriff aufs Internet. Anders als die Schmollerschülerinnen haben sie aber noch jedes Mal einen Tisch zum Lernen gefunden.

Monika Ziller beobachtet ein verändertes Mediennutzungsverhalten. Bis zu 100 Besucher breiteten sich nachmittags mit Laptops und Heften, Schreibzeug und Büchern an den Tischen aus. "Dafür ist diese Bibliothek nicht eingerichtet", sagt sie klar. Das komplette Angebot werde wahrgenommen: "Unsere Technik, die PC-Plätze, Notebooks, W-Lan, Skanner, Drucker, Kopierer – und vor allem unser Personal" seien stark nachgefragt. "Das ist ein Trend, mit dem stehen wir nicht alleine da", sagt Monika Ziller mit Blick auf vergleichbare Bibliotheken in Deutschland.

 

Teure Miete


Von einer Erweiterung der 3500 Quadratmeter Bibliotheksfläche Richtung "Alex" wollte der Gemeinderat nichts wissen: "Zu teuer." Schon ohne solche Expansion zahlt die Stadt jährlich knapp 750 000 Euro Miete nur für die Bibliothek im K 3 – ohne Betriebskosten. Der Vertrag läuft 2020 aus. Und Henning Schäfer, der Vorsitzende des Förderkreises lesen – hören – wissen, hat schon läuten hören, der neue K 3-Besitzer hätte "die Bibliothek gerne draußen".

Eine gute Gelegenheit, will man meinen, neue Pläne zu schmieden. "Der Bedarf ist klar", signalisiert Bürgermeister Agnes Christner Verständnis für die Erweiterungswünsche. Oberbürgermeister Harry Mergel sieht vielerorts in Bibliotheksbauten dem Buch ein Denkmal gesetzt: "Vielleicht kommt jemand auf mich zu? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt." In der zweiten Jahreshälfte oder im ersten Quartal 2016 treffe der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung zwischen Mieten oder Bauen. Christner ist am Ball, betont aber: "Aktuell ist noch nichts spruchreif."



Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar 2022 ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.