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Konflikte gemeinsam lösen

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Bei einem Fall von Mobbing sollte man nicht aus dem Bauch heraus entscheiden, sondern professionell handeln, findet Liliana Fümel. Die Lehrerin ist Teil des neuen Anti-Mobbing-Teams an der Sulzfelder Blanc-und-Fischer-Schule, das vier Lehrer und die Schulsozialarbeiterin Isabelle Weiß Anfang des Jahres gegründet haben. Inzwischen haben sie Weiterbildungen besucht und sind Ansprechpartner für Schüler und Eltern. Außerdem organisieren sie die unterschiedlichen Angebote an der Schule.

 

Persönlichkeit


Das Team setzt vor allem auf Präventionsarbeit. "Die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten wäre verantwortungslos", findet Elisabeth Lernbass. Die Schulseelsorgerin war bereits im Boot, als die Schule vor rund fünf Jahren mit dem Programm Lions Quest begonnen hat, um die Persönlichkeit der Mädchen und Jungen zu stärken. "Prävention ist nicht mehr nur Abschreckung", erklärt Elisabeth Lernbass.

Pädagogen verfolgen längst einen ganzheitlichen Ansatz, nach dem Kinder Konflikte miteinander lösen. "Kommunikation muss man üben", sagt Liliana Fümel. "Ich-Botschaften auch", ergänzt ihr Kollege David Hock

An der Sulzfelder Gemeinschaftsschule gibt es wie in anderen Schulen auch Programme für jedes Alter. In der Grundschule geht es mit "Klasse 2000" um Gesundheitsförderung und Gewaltprävention. In den höheren Stufen wird ein Klassenrat gebildet, in dem die "Schüler lernen, Probleme untereinander selbst zu lösen, ohne dass der Lehrer die Diskussion führt", erklärt David Hock. Für Klasse 6 und 7 gibt es einen Anti-Mobbing-Koffer, außerdem ist Schulsozialarbeiterin Isabelle Weiß je nach Bedarf in den einzelnen Klassen unterwegs.

Konflikte habe es schon immer gegeben, sagt Elisabeth Lernbass, auch Präventionsarbeit wird schon lange praktiziert. Aber seitdem die Einrichtung eine Ganztagsschule bis 15.30 Uhr ist, ist das Angebot noch wichtiger geworden. "Mehr Leben findet an die Schule statt", sagt Liliana Fümel. Darauf müsse man ein geschultes Auge haben.

 

Ernstfall


Im Ernstfall gelte es zunächst abzugrenzen, ob tatsächlich Mobbing vorliegt. Ein Häufung von Fällen können die Sulzfelder Lehrer in den letzten Jahren nicht ausmachen, aber die Art und Weise habe sich durch das Internet geändert, so Elisabeth Lernbass. "Tatsache ist, solche Fälle finden statt", betont Liliana Fümel. Und dann müsse man eingreifen.

Noch hatte das Team keinen akuten Einsatzgrund. Sollte den Pädagogen ein Fall bekannt werden, greift das Interventionsprogramm "No Blame Approach". Dabei wird dem Betroffenen ohne Schuldzuweisung geholfen. Das Verhalten der Beteiligten soll ins Positive gekehrt werden. Die Methode greife zu 90 Prozent, so das Team – "ohne Buhmann", erklärt Timo Hertner. Das sei auch im Sinne der Opfer: "Die wollen meistens einfach nur, dass es aufhört", weiß der Lehrer. 



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