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Zwischen House und Hindemith

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Der Erlenbacher Timo Heller hat ein außergewöhnliches Hobby: Zwar fährt der 17-Jährige wie viele andere Jugendliche auch Fahrrad und Ski, spielt Tennis, hört House-Musik oder trifft sich mit Freunden. Das Komponieren steht bei ihm jedoch im Vordergrund. Mit wiederholtem Erfolg: Nahm er 2013 bereits an dem von der "Jeunesse Musicales Deutschland" veranstalteten Landeswettbewerb "Jugend komponiert" teil, gehört er 2015 zu den Förderpreisträgern des Bundeswettbewerbs. Unter mehr als 200 Einsendungen wurde seine kreative Komposition ausgewählt und gehört damit zu den 30 besten Werken.

 

Urkunde


Die Belohnung war neben einer Urkunde der Bundesministerin für Bildung und Forschung die Teilnahme an einer einwöchigen Kompositionswerkstatt auf Schloss Weikersheim Anfang April. Timo Hellers Reaktion auf das Stipendium: "Unglaubliche Freude, am Anfang konnte ich es gar nicht so recht glauben." Immerhin ist der Wettbewerb die höchste Auszeichnung für junge Komponierende in Deutschland. Hochrangig war die Auswahl der Dozenten, mit denen sich die Jugendlichen über ihre Kompositionen austauschten: Allesamt Fachleute in Komposition, Musiktheorie oder Gehörbildung. Von ihnen erhielten sie wertvolle Anregungen.

Außerdem wurden ihre Kompositionen von Preisträgern des Deutschen Musikwettbewerbs auf CD eingespielt und in einem Abschlusskonzert uraufgeführt: "Echte Profis", versichert Timo, der die bis zu 36 Einzelstimmen seiner Kompositionen zu Hause am Computer simuliert. "Wir haben viele tolle Dinge gelernt", bestätigt er. Zum Beispiel Spektralmusik. "Das sind die Obertöne, die in jedem einzelnen Ton existieren", erklärt er. Und macht es am Flügel der Neckarsulmer Musikschule gleich vor: Er spielt einen tiefen Ton und während er ausklingt ahnt man, dass da noch mehr drinsteckt. Der Erlenbacher hört es wirklich: "Diese vielen Töne nutzt man beim Komponieren."

Nicht nur seine Mutter Anja Heller staunt. Sie bestätigt: "Jede Minute am Tag hat er Musik im Kopf." Wenn der ehemalige Hermann-Greiner-Realschüler vom freien katholischen Bildungszentrum St. Kilian, an dem er im kommenden Jahr den Musikzug belegt, nach Hause kommt, schreibt er, probiert aus.

 

Filmvertonung


Der Waldhornist und Klavierspieler, der auf Hindemith und die Impressionisten steht, ist in vielen Gruppierungen wie dem Musikverein Erlenbach, dem Neckarsulmer Jugendsinfonieorchester, dem Heilbronner Sinfonischen Jugendblasorchester, der Jugendorchesterakademie oder der Klangattacke aktiv. Dass er Berufsmusiker wird, steht für ihn seit seinem achten Lebensjahr fest: "Vielleicht Hornist in einem Profiorchester oder Professor an einer Hochschule." Denkbar wäre auch Filmvertonung. Schmunzelnd ergänzt er: "Es muss ja nicht Hollywood sein." 



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