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Schüler helfen Schülern

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Die zwölfjährige Monika spricht kaum Deutsch. Aus Polen ist sie mit ihrer Familie nach Hohenlohe gezogen. Das Mädchen hat Schwierigkeiten, den Unterricht in der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell zu verstehen. Nur einmal die Woche erhält sie zusätzlich ein bis zwei Stunden Sprachunterricht und macht deshalb nur langsam Fortschritte.

Genau solchen Schülern wollen die Siebtklässler der Gemeinschaftsschule helfen. Sie haben das Projekt Sprache entwickelt, das in den Bereich Soziales Engagement gehört und von Marion Jünger geleitet wird. Sie ist Dekanatsbeauftragte für Schule und Kirche. 

Elf Siebtklässler treffen sich an vier Terminen einmal wöchentlich in ihrer Mittagspause mit bis zu 16 Schülern, die Migrationshintergrund haben oder direkt aus Rumänien, Polen, Ungarn oder Thailand nach Hohenlohe gekommen sind. Wenn das Projekt gut läuft, werden sechs weitere Termine dazu kommen, sagt Jünger.

Von Erst- bis zu Sechstklässlern reicht die Spanne. Ihr Sprachschatz ist unterschiedlich. Daher gibt es vier Stationen mit Aufgaben auf unterschiedlichem Niveau. Dazu gehört ein Wörtertisch, auf dem man Worte und Bildkarten zu ordnen muss. 

 

Unterschiedlich


Während Monika ohne die Hilfe von Anna aus der siebten Klasse, die perfekt Polnisch und Deutsch spricht, an keiner Station allein arbeiten könnte, sind die Aufgaben für andere Schüler leicht.

Die zehnjährige Isabel macht bei der Schulhausrallye mit. Sie muss verschiedene Orte und Zimmer im Haus und davor finden. "Ich wusste gar nicht, wo der Computerraum ist", sagt Isabel. Als Ziel des Sprachenprojekts sieht Marion Jünger den Aufbau von Patenschaften. "Die Beziehung ist das A und O. Erst wenn ich mich sicher fühle, lerne ich eine Sprache", sagt sie. "Der Spaß steht dabei für Lehrende und Lernende im Vordergrund, denn das Projekt ist kein verkappter Deutschunterricht", erklärt Jünger. Die 13-jährige Ann-Kathrin klatscht energisch in die Hände: "Ruhe. Es gehen zwei raus und was wollt ihr tauschen?", fragt sie die Schüler, die geblieben sind und im Stuhlkreis sitzen. Schnell tauschen sie eine Mütze, die plötzlich auf Marion Jüngers Kopf thront. Ein Mädchen und ein Junge wechseln die Jacke. Ann-Kathrin ruft den ersten Schüler herein.

Schnell findet der Neunjährige heraus, was sich verändert hat. Ann-Kathrin freut sich. "Vergangene Woche hat es nicht so gut geklappt. Manche Schüler haben nicht zugehört", klagt sie. "Die Gruppen müssen von den Siebtklässlern stärker gelenkt werden und sie müssen die Aufgaben auch ausführlicher erklären", sagt die Pädagogin. Sie arbeitet mit ihnen daran.

 

Erfolg


Doch trotz der Anfangsschwierigkeiten ist klar: Lehrende und Lerende profitieren von dem Projekt. "Es macht Spaß anderen zu helfen", urteilt die 13-jährige Helen


 

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