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Das Facebook-Experiment

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Hast du dich schon einmal gefragt, wie viel Lebenszeit du sparen würdest, wenn Facebook nicht wäre? Das soziale Netzwerk ist bis jetzt auch mein ständiger Begleiter. Ob morgens, noch halb verschlafen im Bett, während der Zugfahrt zur Uni oder aber abends vor dem Schlafengehen. Die App auf dem Smartphone wird gefühlte tausend Mal am Tag geöffnet. Eintauchen in eine Parallelwelt zwischen Freundschaftsanfragen, Anstupsern und Neuigkeiten von Freunden der Freunde. Tippen und klicken, bis mein Daumen taub wird. Eine unbewusste Sucht, eine Never-Ending-Lovestory. Grund genug, ein kleines Experiment zu wagen. 

 

Das Protokoll


Ziel des Versuchs ist es, die aktive Zeit auf Facebook zu protokollieren. Wie viele Minuten oder Stunden verbringe ich tatsächlich unbewusst im sozialen Netzwerk? Was habe ich alles schleifen lassen? Wie viel Zeit spare ich zukünftig als Ex-Mitglied? Und wie sieht es mit dem Entzug aus? Ist ein Leben ohne Facebook überhaupt möglich? Fragen über Fragen …


 

Tag 1: Donnerstag


9 Uhr:               
Die App wird zum Aufwachen geöffnet                
Facebook: 3 Minuten 

10.30 Uhr:      
Zug fahren geht nur noch mit dem Handy in der Hand             
Facebook: 25 Minuten

Vorlesungspause     
Quickies mit dem Smartphone                     
Facebook: 15 Minuten

18.40 Uhr:     
Zugfahrt zurück                         
Facebook:  25 Minuten

21 Uhr:           
Vor dem Schlafengehen noch einmal die Neuigkeiten checken. Ich könnte ja etwas Bahnbrechendes verpassen 
Facebook: 20 Minuten

Facebook-Bilanz:         88 Minuten 

 

Tag 2: Freitag


8 Uhr:     
Nach dem Aufstehen die 729.138.272 über Nacht erhaltenen Nachrichten beantworten                           Facebook: 5 Minuten

9.30 Uhr:         
Die gute, alte Zugfahrt Richtung Uni                 
Facebook: 25 Minuten

17 Uhr:         
Zugfahrt zurück                         
Facebook: 15 Minuten

19.30 Uhr:    
Abendessen gepostet                     
Facebook: 2 Minuten

22 Uhr:           
In der Disco eingecheckt und den ganzen Freunde im Club markiert     
Facebook: 2 Minuten

3 Uhr:    
Meinen Freunden eine gute Nacht wünschen und den Abend Revue passieren lassen                                     Facebook: 15 Minuten

Facebook-Bilanz:         64 Minuten 

 

Tag 3: Samstag


10.30 Uhr:     
Mein aktueller Ohrwurm wird geteilt                 
Facebook: 2 Minuten

12.30 Uhr:     
Im Restaurant eingecheckt                     
Facebook: 3 Minuten

15 Uhr:         
Neuigkeiten durchgehen, wobei ich eigentlich lernen sollte        
Facebook: 15 Minuten

19 Uhr:           
So jetzt aber ab ans Lernen. Aber erst einmal die Neuigkeiten meiner Facebook-Freunde checken.                       Facebook: 20 Minuten

Facebook-Bilanz:         40 Minuten 

 

Das Fazit nach drei Tagen Facebook-Tagebuch


Im Durchschnitt habe ich 64 Minuten pro Tag in den Sand gesetzt. Hochgerechnet sind das sagenhafte 32 Stunden im Monat und 16 Tage im Jahr. Eine erschreckende hohe Anzahl an Stunden, die ich jetzt für Sinnvolleres investieren werde. Ich verbringe nun mehr Zeit mit meinen echten Freunden, als mit ihren virtuellen Gegenstücken. Das blau-weiße Netzwerk ist ein Zeitfresser. Es lenkt einen ab, wenn man Wichtigeres zu tun hat.

 

Vier Wochen später


Mein Experiment liegt mittlerweile einen Monat zurück. Ich komme seither sehr gut ohne Facebook zurecht. Insgesamt fühle ich mich freier und unbeobachteter. Das gefällt mir. 


 

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