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Über Umwege nach Hause

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Gestern gab es unter den DHBW-Studenten am Bildungscampus ein großes Thema: Rund 100 von ihnen feierten am Dienstagabend auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Studentenvertreterin Valerie Mainka hatte für die Kommilitonen ein tolles Angebot im Göckelesmaier-Festzelt ausgehandelt. Die Stimmung soll klasse gewesen sein. Allerdings gestaltete sich die Heimfahrt für einige Hochschüler als alles andere als erstklassig.

Ein Teil der Gruppe wollte gegen 23.30 Uhr mit der S-Bahn von Cannstatt zum Hauptbahnhof fahren, um die letzte Regionalbahn um 0.15 Uhr Richtung Heimat zu bekommen. Im Normalfall hätte das geklappt. Doch wie ein Bahn-Sprecher mitteilt, kam es in Cannstatt zu einem ersten Vorfall: Personen hielten sich auf den Gleisen auf. Als die S-Bahn dann fuhr, sei eine Notbremsung von einem Passagier ausgelöst worden. Nach der Weiterfahrt musste die Bahn der Linie S1 erneut anhalten – an der Tunnelrampe hinunter zur Tiefstation des Hauptbahnhofs.

Der Grund? Eine Weichenstörung zwischen Hauptbahnhof tief und der Station Stadtmitte. Das Problem war nun, dass der Bahnsteig an der Tiefstation von einem Zug belegt war, der wegen der Störung nicht ausfahren konnte. Und die S-Bahn mit den DHBW-Studenten konnte wegen der Belegung nicht einfahren. Sie blieb im Bereich der Tunnelrampe stehen.

Was also tun? "Der Plan war, die S-Bahn ein Stück in Richtung Cannstatt zu ziehen und den Hauptbahnhof dann hoch anzufahren", sagt ein Bahnsprecher. Einige Fahrgäste spielten da aber nicht mit. Laut Bahnauskunft betätigten sie weitere Male die Notbremse und entriegelten entgegen der Aufforderungen die Türen. Einige hielten sich außerhalb des Zuges auf. 

 

Station


Gegen Mitternacht wurde die Bundespolizei informiert. Da es laut Bahn und Polizei nicht möglich war, die Türen geschlossen zu halten, entschied man sich für eine Evakuierung, die kurz vor 1 Uhr begann. Die Passagiere legten die 300 Meter zur Station zu Fuß zurück. "Bei einigen herrschte ein beklemmendes Gefühl vor", sagt Lukas Becker, einer der Betroffenen. "Zwischen Bahn und Tunnelwand war gerade mal ein knapper Meter Platz." Zwar fuhr die letzte Regionalbahn anders als vorgesehen erst um 0.36 Uhr ab – dennoch war sie nicht mehr zu erreichen. Die Studenten nahmen sich Taxis oder blieben in Stuttgart. Groll gibt es nun aber nicht: "Wenn man Evakuierung hört, denkt man zunächst ans Schlimmste. Wir sind aber alle irgendwie nach Hause gekommen – wenn auch mit Verspätung."

Gegen die Personen, die die Notbremsungen auslösten, laufen nun Ermittlungen. Dass die Türen von anderen Personen entriegelt wurden, stellt laut Bundespolizei in diesem Fall aber keinen Straftatbestand dar. Schließlich seien Fahrgäste in der vollen Bahn in Sorge um die Frischluftzufuhr gewesen.


 

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