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Ziehen 100 Flüchtlinge in den alten Edeka?

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Eigentlich war das alte Edeka-Gebäude in Oberstenfeld die favorisierte Alternative, um Flüchtlinge in der 8000-Einwohner-Kommune unterzubringen – jedenfalls von den Gegnern des Standorts "In den Schafwiesen" im Gewerbegebiet "Lindich". Nun ist das eingetreten, was viele Bürger damals vermuteten. Der Landkreis Ludwigsburg will das Gebäude an der Bottwarstraße für die vorläufige Unterbringung von 100 weiteren Flüchtlingen anmieten.

Seit etwa zwei Wochen liegt der Gemeinde das Angebot des Landratsamts vor, bestätigt Bürgermeister Markus Kleemann. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung darüber beraten.

Offen

"Es gibt keinen Beschlussvorschlag vonseiten der Verwaltung", sagt Kleemann auf Nachfrage. Man wolle die Diskussion über diese schwierige Entscheidung bewusst offen führen. Erst im Juni 2014 hat die Gemeinde die Immobilie gekauft, um sie abzureißen. Zumindest auf einem Teil des Grundstücks soll das Gerätehaus der Feuerwehr erweitert werden. Entsprechend will das Landratsamt das Gewerbeobjekt befristet auf drei Jahre mieten. "Vorher könnten wir ohnehin nicht bauen", erklärt der Bürgermeister.

1050 Quadratmeter Fläche stünden im ehemaligen Edeka zur Verfügung. Räume mit rund 350 Quadratmetern hat die Gemeinde bereits dem Freundeskreis Asyl für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt. "Diese bleiben auf jeden Fall bestehen", betont Kleemann. Egal, wie die Entscheidung des Gremiums ausfalle. Die Vorsitzenden aller drei Fraktionen im Gemeinderat, Wolfgang Streufert (CDU), Günter Perlinger (SPD) und Michael Meder (FWV), wollten sich vor der Sitzung auf Anfrage nicht äußern.

Vorteile

Auch Oberstenfelds Bürgermeister will einer Entscheidung nicht vorgreifen. "Ich habe nur eine von 19 Stimmen." Er sieht aber durchaus Vorteile, sollte sich der Rat für diesen Weg entscheiden. "In anderen Kommunen werden Turnhallen belegt", meint der 31-Jährige. "Das müssten wir mit dieser Lösung nicht tun." Zugleich wären rund 1000 Quadratmeter für 100 Menschen verhältnismäßig viel Platz.

"Es ist klar, dass noch mehr Flüchtlinge kommen werden", fügt Kleemann mit Blick auf die anhaltend hohe Zahl der Asylsuchenden hinzu. "Das Landratsamt sucht händeringend. Man kann sich wehren oder Vorreiter sein." Im Vergleich zu den Zeltstädten wie beispielsweise in Neuenstadt (Landkreis Heilbronn) sei der ehemalige Edeka eine bessere Lösung. 2016 hätte die Kommune vermutlich ohnehin weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen. Auch wenn Geld bei der Entscheidung eine untergeordnete Rolle spiele, wie Kleemann betont, würden sich die Kosten für die Gemeinde doch gleich mehrfach verringern.

Das Landratsamt zahlt den Umbau sowie Miete und Betriebskosten für das gesamte Gebäude, auch für das vom Freundeskreis genutzte obere Stockwerk. Und: Wenn Oberstenfeld hier mehr Asylsuchende zur unterbringe, verringere sich die Zahl bei der Anschlussunterbringung. "Das Landratsamt verrechnet." Das spare Geld, weil die Gemeinde keine Wohnungen mieten oder kaufen und keine zusätzlichen Stellen im Rathaus schaffen müsse.

Das Edeka-Gebäude in der Diskussion um das Flurstück im Gewerbegebiet gleich anzubieten, wäre dennoch keine Lösung gewesen: "Das Landratsamt hat immer gesagt, dass es an dem Standort ,In den Schafwiesen’ festhalten will."

 

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