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Keine Flüchtlinge im Plattenwald

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Um das Gebäude sinnvoll als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu können, wären Investitionen von insgesamt 30 Millionen Euro notwendig. "Das ist wirtschaftlich derzeit nicht darstellbar", sagte Piepenburg. In der Klinik, die Mitte nächsten Jahres in einen benachbarten Neubau umzieht, sollten ursprünglich mehrere Hundert Flüchtlinge und Asylbewerber eine Unterkunft finden. Räumlichkeiten in ähnlicher Dimension stehen dem Landkreis momentan nicht zur Verfügung.

"Diese Summe hat mich überrascht", sagte Detlef Piepenburg. Dass 30 Millionen Euro notwendig sind, um aus einem alten Krankenhaus eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, damit hatte kaum jemand gerechnet. Auch Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey nicht. "Ich bin bis heute davon ausgegangen, dass die Pläne umgesetzt werden", sagte er gestern. Die Fachleute des Landratsamts stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass allein fast zehn Millionen Euro in Heizung, Lüftung, Sanitär- und Elektroinstallationen fließen müssten. "Die Kunststoffrohre sind nach 40 Jahren marode, es gibt ständig Schäden", erläuterte Kreiskämmerer Thomas Schuhmacher.

Brandschutz

Dazu kommen Brandschutzauflagen. Ein Gebäude, in dem beispielsweise 600 Flüchtlinge leben, die Elektrogeräte betreiben oder Kerzen anzünden, müsse andere Anforderungen erfüllen als ein Krankenhaus mit vollversorgten Patienten. Für Landrat Piepenburg steht außer Frage, dass technische Vorgaben eingehalten werden müssen − gerade beim Brandschutz. Die Investitionssumme ist aus Sicht des Landkreises nicht zu drücken. "Wir haben mit dem Mindeststandard geplant", versicherte Piepenburg.

Da die Eingangsbereiche von altem Gebäude und neuer Klinik getrennt werden müssten, gingen fast 400 Parkplätze verloren. Das wiederum würde ein neues Parkhaus notwendig machen. Insgesamt geht Piepenburg von zehn Millionen Euro aus, die im Außenbereich des Plattenwald-Krankenhauses vergraben werden müssten. Alles in allem macht das 30 Millionen Euro. Auch wenn Piepenburg den Plattenwald als Flüchtlingsunterkunft nicht endgültig zu den Akten legen will: Derzeit ist das Projekt gestoppt.

Wie geht es jetzt weiter? 

Das Aus für die Pläne, im Plattenwald die größte Unterkunft der Region einzurichten, wirft den Landkreis in der immer schwieriger werdenden Suche nach Unterkünften zurück. Im Moment begrüßt er monatlich 600 hilfesuchende Menschen, insgesamt sind es derzeit 2800. "Wir müssen uns noch intensiver mit anderen Lösungen beschäftigen", kündigte der Landrat an. Also: Wohnungen, Gewerbeimmobilien, Leichtbauhallen.

Bürgermeister Frey wies jedenfalls darauf hin, dass die jetzt weggefallenen Plätze nicht automatisch in Bad Friedrichshall bereitgestellt werden könnten. Dies zu kompensieren, könne nur in einer Anstrengung aller Kommunen gelingen.

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