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Nein zu Fremdenfeindlichkeit

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Die Glocken der  St. Josephs - und der Stiftskirche erklingen am zweiten Adventssamstag um 15 Uhr: Sie läuten das ökumenische Friedensgebet in der katholischen Kirche ein, eine von drei Veranstaltungen, mit denen Menschen jeden Alters in der Großen Kreisstadt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit setzen. 450 Bürger aus der Region finden sich nach Angaben der Polizei beim Parkhaus Alte Turnhalle ein, um einer zeitgleich stattfindenden Kundgebung von 100 Asylpolitik-Gegnern auf dem nur durch die Hunnenstraße getrennten Parkplatz Alte Turnhalle mit Argumenten Paroli zu bieten. Rund 100 Einsatzkräfte aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn, von der Bereitschaftspolizei Bruchsal und dem Antikonfliktteam sind vor Ort, um dafür zu sorgen, dass alles friedlich verläuft.

Aufruf

Seit nunmehr acht Wochen demonstrieren jeden Samstag Gegner der deutschen Flüchtlingspolitik in Öhringen. Pegida-Parolen, rechte Hetzreden und Verschwörungstheorien, die bei diesen Kundgebungen laut werden, sind erschreckend. Eine erste große Gegendemo am 17. Oktober und ein Bürgerdialog in der Kultura haben wenig bewirkt. Ein Versammlungsverbot durch die Stadt, das am nächsten Tag wieder aufgehoben werden musste, ließ rechte Asylpolitik-Gegner vor einer Woche triumphieren. Aufgerufen vom breit aufgestellten Bündnis "Öhringen ist bunt" aus demokratischen Parteien, Kirchen, der Moschee, dem Freundeskreis Asyl und den Gewerkschaften gehen die Menschen jetzt gegen diese wöchentlichen Demos der Asylpolitik-Gegner auf die Straße.

Beifall

Bereits um 13.30 Uhr haben sich am Bahnhof unter dem Motto "Kein Platz für Rassismus und rechte Hetze in Öhringen", zu dem Linke, Grüne, Gewerkschaften und antifaschistische Gruppierungen aufgerufen hatten, rund 150 Protestierende zusammengefunden, die später über den Innenstadtring zur Alten Turnhalle ziehen. Die sieben Redner, unter ihnen Florian Lany, Sprecher der Grünen Jugend Hohenlohe, und Salvatore Belucci, Sprecher der organisierten Linken Heilbronn, erhalten immer wieder Beifall. Auch von den jungen Bretzfelderinnen Anna (14) und Lea (19). "Wir wollen zeigen, dass Flüchtlinge willkommen sind", erklären sie ihr Kommen.

Positive Erfahrungen

Genau dieses Anliegen haben auch Christine und Theo Halberstadt. Das Ehepaar aus Bitzfeld engagiert sich im Freundeskreis Asyl in Schwabbach und hat dort sehr viele positive Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht. "Wir finden es erschreckend, dass Öhringen in den letzten Wochen zu einer Hochburg für rechte Demonstrationen und Gesinnung geworden ist." Die Öhringer Helga Meißner und Hans Freidinger, aktiv im Öhringer Freundeskreis Asyl, zieht es fast jeden Samstag unter die Gegendemonstranten.

"Wir sind für ein friedliches Miteinander", sagen sie und sprechen damit aus, was die 450 Teilnehmer der Kundgebung am Parkhaus und deren acht Redner um Versammlungsleiterin Irmgard Kircher-Wieland verbindet. Der Einsatz für Demokratie und Menschenwürde. "Man muss Courage haben, sein Gesicht zeigen und deutlich machen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen rechte Gewalt ist", erklärt Thomas Kache aus Güglingen am Rand der Kundgebung. "Ich bin bereit, für das Asylrecht auf die Straße zu gehen."

 

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