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Jugendarbeit kommt zu kurz

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Die Gemeinde Wüstenrot gibt im laufenden Jahr 92 400 Euro für die offene Jugendarbeit im Jugendreferat und die Schulsozialarbeit aus. Für die Arbeit an Schulen erhält die Kommune 25 300 Euro Zuschuss. "Die neuen Räume im Jugendtreff K4 werden von den Jugendlichen sehr gut angenommen, die Besucherzahlen haben sich nach dem Umzug sehr gut entwickelt", sagte Wüstenrots Jugendreferent Christian Filippakis von der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort.

Waren es vor dem Umzug von der Schwäbischen Waldhalle ins K4 zehn bis 15 Besucher pro Öffnungstag, so kämen nun regelmäßig bis zu 30 Jugendliche. "Wir begrüßen wöchentlich neue Besucher, die vorher noch nicht da waren", so der Jugendreferent. Geöffnet war regulär nach den Sommerferien. Da im K4 mehr Platz sei und durch die Nähe zur Flüchtlingsunterkunft kämen inzwischen Kinder aus asylsuchenden Familien zum Jugendtreff. Ein Drittel der Besucher hätten einen Migrationshintergrund oder seien Flüchtlinge. Auch wenn sich die Jugendlichen weitestgehend gut verstünden, habe es Äußerungen gegeben, die auf eine unterschwellige Fremdenfeindlichkeit schließen ließen.

Aktionen

Zusätzlich zu den Jugendtreff-Öffnungszeiten bot das Jugendreferat zahlreiche Aktionen an, die rege genutzt wurden. Für die Georg-Kropp-Gemeinschaftsschüler gab es ein Teamtraining. Jugendliche nahmen an einer Thekenschulung der Kreisjugendpflege in Jugendhäusern teil. Freibadbesuche, ein Verkaufsstand beim Dorfplatzfest sowie Kletteraktionen im Silberstollen, bei Ausflügen zum Hochseilgarten und zum Kletterturm der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort in Öhringen kamen gut an.

"Leider konnte auf die Bedürfnisse der Mädchen nicht ausreichend reagiert werden, da hierfür eine weibliche Fachkraft unerlässlich ist", bedauerte Filippakis. "Wie viele Mädchen kommen denn zum Jugendtreff und sind darunter auch Flüchtlinge?", wollte Gemeinderat Peter Wild wissen. Etwa ein Drittel seien Mädchen, aus dem Kreis der Asylbewerber seien zwei serbisch-orthodoxe Mädchen und eine Somalierin bisher da gewesen. Seine 35-Prozent-Stelle mit 13,65 Wochenstunden reiche nicht aus, um die allgemeinen Anforderungen an die Tätigkeit eines Jugendreferenten zu erfüllen und den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden.

Mehrarbeit

Der Jugendreferent verwies darauf, dass er rund 90 Überstunden geleistet habe, um den Jugendlichen Themen wie soziales Engagement, Mitverantwortung und Selbstbestimmung nahe zu bringen. "Die Räume im K4 sind deutlich besser für die Jugendarbeit geeignet und bieten mehr Perspektiven", meinte Gemeinderat Heiko Dietterle.

Wichtig wäre es, künftig Ehrenamtliche einzubinden. "Das ist ein schwieriges Thema. Die Tendenz geht dahin, keine Verantwortung zu übernehmen ", stellte Nicole Bauder-Ade, Distriktleiterin der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort, fest. "Man sollte Jugendliche, die früher den Treff besucht haben, ansprechen", schlug Susanne Helmer-Scholl vor. "Haben wir versucht, da gibt es keinen Anknüpfungspunkt mehr, die Resonanz war gering", antwortete Filippakis.


 

 

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