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Lerneifer dank Handy

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Die Handys sind aus. Das ist Gesetz in Schulen: In Baden-Württemberg haben während des Unterrichts Mobiltelefone zu schweigen. So steht es in den meisten Schulordnungen. Doch gibt es Lehrer, die setzen diese Vorschrift – immer öfter – außer Kraft. Dann dürfen die Schüler hochoffiziell ihre Smartphones zücken und im Internet googeln. Der Lehrer hat’s erlaubt.

Fasziniert

"Sobald man irgendetwas mit dem Handy macht, sind sie dabei." Patrick Wagner, der Medien-Lehrer an der Heilbronner Wilhelm-Hauff-Schule, ist selbst fasziniert von der Faszination seiner Schüler. Warum ein Gerät aus dem Unterricht verbannen, das derart viel Aufmerksamkeit auf sich zieht? Es kommt immer darauf an, was man damit macht.

Und so erfahren die Hauff-Schüler quasi nebenbei, dass ihr Smartphone weit mehr kann als Whatsapp und Snapchat, Musik und Spiele runterladen und telefonieren. Sie bekommen handfeste Tipps für die Nutzung ihres Handys. In erster Linie aber geht es den Lehrern ums Lernen schulischer Inhalte.

"Es war gar kein Wettkampf", wundert sich Techniklehrer Fabian Bühler über den Eifer seiner Schüler bei der QR-Code-Rallye. Sie versuchen sich gegenseitig zu übertreffen. In Dreier-Grüppchen sind sie in Schulhaus und auf dem Gelände unterwegs, suchen die Code-Quadrate, skannen sie in ihr Handy und lesen. Fragen über technisches Zeichnen sollen sie beantworten. Ein zweiter Code schickt sie zur nächsten Station. Hier gilt es eine mathematische Aufgabe zu lösen. Die Fragen schreiben sie ab, das ist ein gutes Rechtschreibtraining. Die Antwort kommt auch auf den Block und kann mit einer Handy-Rallye überprüft werden. Im Unterricht sprechen sie auch noch darüber. Dann müsste der Stoff eigentlich sitzen.

WLAN nötig

In Deutsch bei Katrin Rapp suchen Zehntklässler nach Infos über Rachel Ward. Sie lesen gerade einen Jugendkrimi der Autorin und sollen einen Steckbrief über sie verfassen. Wieder arbeiten die Schüler paarweise oder in Dreier-Grüppchen zusammen. So können alle mitmachen, auch diejenigen, die kein Smartphone besitzen. Und weil nicht jeder eine Flat fürs Internet hat, schalten die Lehrkräfte das Schul-WLAN für die Handyphase frei. Bis sie die Laptops aus dem Schrank geholt und aufgebaut haben, "sind wir mit dem Handy schon fertig", schwärmt Fabian Bühler vom schnellen Handy-Einsatz.

Im Unterricht von Patrick Wagner haben Schüler schon eine Lernkartei-App mit Fragen und Antworten selbst bestückt. Da können sie unterwegs mal reinschauen, "statt chatten oder daddeln", sagt Wagner. Sven (16) hat die App Photomath entdeckt, die Gleichungen löst.

Die Hauffschüler haben mit ihren Handys auch schon Plakate zum Thema Menschenrechte kreiert und in der Stadtbibliothek ausgestellt. Zum Englischlernen zauberten sich die Schüler die App Duolingo aufs Smartphone.
 

 

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