Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Konflikt zwischen Haupteigentümern

Übersicht

Gerade geht in Sachen Wollhauszentrum nichts mehr. Strabag Real Estate hat erklärt, nicht so schnell wie erhofft zu einer Einigung mit den derzeitigen Haupteigentümern der Einkaufspassage zu gelangen. Eine Fertigstellung vor der Buga 2019 erscheint dem Unternehmen nicht mehr wahrscheinlich (wir berichteten).
Eine Einigung mit der Immobiliensparte des Baukonzerns lehnt inzwischen die dänische Investorengruppe ab, die Eigentümerin der derzeitigen Kaufhof-Fläche ist. "Wir werden keinen Vertrag mit Strabag machen. Die sind uns zu unseriös", sagt Tommy Paulsen, Geschäftsführer der Firma K/S Heilbronn, Tysk-land, die vor zehn Jahren diesen Teil des Zentrums kaufte. "Es wird keine Strabag-Lösung kommen", sagt Paulsen und kündigt zugleich an, dass es keinen Nachmieter für Kaufhof geben wird. "Die Fläche wird leerstehen, bis wir die Sanierungssatzung wegbekommen." Danach könne man umbauen; das dauere etwa eineinhalb Jahre.

Kaufpreis gedrückt

Dabei hätte aus Paulsens Sicht alles gut werden können. Man habe eineinhalb Jahre mit Strabag verhandelt: "Wir waren uns einig, dass der Kaufpreis 18,7 Millionen Euro sein soll", erzählt der auf Immobilienrecht spezialisierte dänische Anwalt. "Als wir zum Notar wollten, hat Strabag plötzlich gesagt: Wir haben nachkalkuliert und bezahlen nur noch 13 Millionen Euro." Nicht nur der Kaufvertrag sei dadurch gescheitert – Gerüchte über einen geplatzten Notartermin hatte es in der Stadt länger gegeben. Die Dänen fühlen sich von Strabag "über den Tisch gezogen". Man sei keinesfalls "in guten Gesprächen", wie Strabag erklärt hatte.

Auch auf die Stadt Heilbronn ist Paulsen nicht gut zu sprechen – wobei er gerne mit dem Oberbürgermeister ins Gespräch kommen würde. Bisher laufe der Kontakt nur über Anwälte. Der Grund: das im November 2013 eingerichtete Sanierungsgebiet und die im Dezember 2014 beschlossene Sanierungssatzung mit dem Ziel, das Wollhauszentrum abzureißen und völlig neu zu bebauen. "Für uns Investoren ist das ein finanzielle Katastrophe", sagt er. Maßgabe der Satzung ist, dass alle Mietverträge über ein Jahr hinaus von der Stadt genehmigt werden müssen. "Niemand ist bereit, dafür zu investieren", sagt Paulsen.

"Die Stadt hat vorher nicht mit uns darüber gesprochen", empört er sich – und statt dessen einen Vertrag mit Strabag geschlossen. Deswegen hätten er, die weiteren Eigentümer Lisker & Lisker und die DG Hyp als finanzierende Bank eine Normenkontrollklage eingereicht. "Wenn wir gewinnen, steht uns zehn bis zwölf Millionen Euro Schadenersatz zu", ist Paulsen überzeugt.

Investition

Trotz der schlechten Erfahrungen sei die Investorengruppe bereit, neues Geld zu setzen und die Immobilie zu sanieren. "Die Pläne von Acrest sind doch schön", findet der Kopenhagener Anwalt. Beim Besatz mit Läden will er ebenfalls mit der Berliner Acrest Group zusammenarbeiten. Die erklärt, sie habe am 3. Dezember 2013 erstmals ihr Konzept einer Sanierung der Verwaltung vorgestellt. Im August 2014 wurde ein Bauvoranfrage nachgereicht.

Anzeige

Galerien

Regionale Events