Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Kein abruptes Ende

zurück zur Übersicht

Die Hölle gibt es nicht. Den Himmel schon. Darüber müssen die drei Neuntklässler des Hölderlin-Gymnasiums in Lauffen gar nicht lange nachdenken.

"Eigentlich bin ich ein sehr logisch denkender Mensch, und eigentlich kann es gar nicht sein, dass es den Himmel gibt", meint Luca Prechtel (14). Und trotzdem: Anlässlich einiger Todesfälle in seiner Familie hat sich Luca Gedanken gemacht, was nach dem Tod kommt. Die Vorstellung, dass es irgendwie weitergehen muss, "hilft mir, das Ganze zu verarbeiten". An dem Ort, den er Himmel nennt, gebe es sicher keine festen Objekte, keine Möbel, aber dort könne man anderen Menschen begegnen. Das hofft auch Ryan Kollat (14). Seinen Opa lernt er nie kennen; die Oma stirbt, als er drei Jahre alt ist.

Ryan stellt sich vor, seine Vorfahren im Himmel kennenzulernen. "Dass es nicht weitergeht, wäre eine schlechte Vorstellung", sagt er. "Das wäre unerträglich. Die Zeit, die man hat, wäre beschränkt. Das finde ich nicht gut." Es geht weiter. Da ist Mitschüler Daniel Rohrbach sicher. Wie das Jenseits aussieht? Der 15-Jährige zuckt unbekümmert die Schultern.

Geborgen

Geht es nach den dreien, wird jeder im Himmel landen. "Gott liebt und verzeiht", sagt Ryan. Luca glaubt nicht, dass es Menschen gibt, die nur böse sind, auch wenn sie Böses tun. Jeder habe sicher auch immer Gutes in sich. Möglich, so die Überlegungen der Gymnasiasten, dass das Jenseits aus verschiedenen Schichten oder Stufen besteht. Und nicht alle dort sind gleich glücklich oder geborgen. Das hänge davon ab, was man für ein Leben auf Erden führt.

Ein gutes Leben, sagt Luca, hängt von mehreren Faktoren ab: "Man muss gucken, dass es einem gut geht, Essen und ein Dach über dem Kopf hat." Zweiter Faktor: Ein soziales, gesellschaftliches Umfeld wie Familie und Freunde sind wichtig. Die dritte Komponente betrifft Gefühle wie "Glück, Freude, Trauer", beschreibt Luca. Er bekräftigt. "Trauer gehört auch zu einem erfüllten Leben dazu, da ist nicht nur immer alles positiv."

Glücklich

Was ein gutes Leben ausmacht, das weiß Daniel noch nicht genau: "Glücklich sein, Spaß haben."
Der Tod soll kein abruptes Ende markieren. Darin sind sich die Schüler einig. Sie setzen auf das, was nach dem Tod auf sie zukommt. Den Neuntklässlern gefällt die Idee, verschiedene Leben leben zu können, eins im Diesseits und eins im Himmel.
 

Galerien

Regionale Events

Nightshopping

Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.