Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

alp

Ein Hauch von Freiheit und Abenteuer

zurück zur Übersicht

Sie sind an ihre Grenzen gekommen. Und sie haben sie überwunden. Die neun Abschlussschülerinnen und -schüler der Lauffener Kaywaldschule für körperlich und geistig behinderte Menschen haben in acht Tagen die Alpen auf und mit ihren Spezialrädern überquert.

Wie sie das geschafft haben? Mit Mut, Willen, Ausdauer und gegenseitiger Hilfe. Und vor allem mit der Rund-um-die-Uhr-Unterstützung ihres Lehrerteams Monika Stader, Thomas Rienth und Thomas Wörner. "Wir haben schon Zweifel mit auf den Weg genommen", räumt Wörner ein. "Wie reagieren die Schülerinnen und Schüler auf die langen Anstiege, auf die teilweise extremen Temperaturen und die Abfahrten? Wird einer krank, bekommt einer einen epileptischen Anfall oder gibt es sonstige Vorfälle, die uns zum Aufgeben zwingen?"

Die neun Jugendlichen haben es schon im normalen Alltag schwerer, müssen teilweise gewindelt werden. Und sie sind unerfahren in ungewohnter Umgebung. "Das fing beispielsweise mit der Frage an: Was ist ein Berg?", erklärt Thomas Rienth. Für einen der Radfahrer war klar: Ach ja, einen Berg haben wir in Fürfeld auch. Doch als dann die Gruppe gleich am ersten Reisetag den Fernpass erklimmen musste, sah dieser Berg ganz anders aus. Die ersten drei Kehren schaffte die Gruppe, danach fiel sie auseinander. Die meisten schoben ihre Räder, manche schneller, manche langsamer.

Unterstützung

"Was schön war: Es war sofort ein Teamgeist da", erzählt Monika Stader. Die Stärkeren warteten auf die Schwächeren oder motivierten sie. "Andiamo, Ragazzi", auf geht’s Jungs, hallte es den Berg hinauf. "Dann standen wir plötzlich vor einem Schild, das vor Bauarbeiten warnte. Gleich darauf war der Radweg aufgerissen, und wir kamen auf eine Schotterpiste, mussten uns Meter für Meter vorwärts kämpfen", berichtet Thomas Rienth. Diese zusätzliche Schwierigkeit brachte die Gruppe nicht wirklich aus dem Tritt. Bei der Abfahrt wurden die Spezialräder teilweise aneinander gekuppelt. Das klappte sehr gut.

"Das Vertrauen in den Vordermann war immer da", stellt Rienth fest. Auch als das Schild "Mountainbike-Schiebestrecke" auftauchte, stieg keiner ab. Alle nahmen es mit Humor und immer, wenn eine Schwierigkeit oder Überraschung auftauchte, hieß es dann: "wieder eine Mountainbike-Schiebestrecke", und das Gelächter war groß. Am Abend, als die Gruppe endlich ihr Etappenziel erreichte, waren alle fix und fertig. "Da ging‘s schnell unter die Dusche, und dann war Ruhe", sagt Monika Stader. "Auch wir Lehrer waren an unseren Grenzen. Hätten wir uns nicht so gut abgestimmt, flexibel reagiert und aufeinander Rücksicht genommen, hätte es nicht funktioniert", sagt Thomas Wörner. "Wir wurden auch sehr motiviert durch die Begegnungen unterwegs. Da waren Radfahrer, die sich für uns interessiert haben, es gab Toilettenangebote, und einmal kam eine Frau mit einer Tüte Eis für alle", erzählt Monika Stader.

Begeisterung

Oben am Reschenpass traf die Gruppe auf ein Paar aus Heilbronn. "Wir haben‘s in der Zeitung gelesen. Sind sie das wirklich, ist das wahr?" war deren Reaktion, und es entwickelte sich ein herzliches Gespräch. Und dort war es auch, als einer der jugendlichen Radler aus vollem Herzen ausrief: "Oh, Herr Rienth, guck dir des mal an!" "Das war ein ganz berührender Augenblick, wie begeistert der Junge auf das Panorama reagiert hat", sagt Thomas Rienth. Als einen weiteren Höhepunkt hat die Gruppe die Begegnung mit einem 75-jährigen Wirt in St. Valentin erlebt. "Er ist uns nachgefahren und hat uns dann eingeladen. Er hatte extra für uns Kirschen gepflückt", erzählt Monika Stader. "Und dann ist er die ganze Etappe mitgefahren."

 

 

 

 

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.