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Besinnlichkeit und Partystimmung

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Talmarkt? "Für uns Wimpfener ein Muss". Über die Zeit in den Urlaub fahren? "Das geht nicht". Ähnlich euphorisch wie Gabriele Kellhammer sind die meisten Wimpfener, die sich gestern Nachmittag auf dem Marktplatz eingefunden haben. Von hier startet der Festzug, der traditionell den Talmarkt eröffnet. Das Volksfest, das zu den ältesten in ganz Deutschland zählt, feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Es findet bereits zum 1050. Mal statt.

"Ein Kindheitstraum wird wahr", scherzt Kellhammer und blickt an sich herunter. Sie trägt ein goldfarbenes, üppig verziertes Brokatkleid. "Wie eine Adlige aus dem 17. Jahrhundert", sagt sie und lacht. Fast alle hier haben sich zur Talmarkteröffnung ein historisches Gewand angezogen. Ein modischer Mix aus sieben Jahrhunderten Wimpfener Geschichte. "Vom zwölften bis zum 18. Jahrhundert", erklärt Axel Bormann, der wie ein mittelalterlicher Künstler gekleidet ist. Er ist zum ersten Mal beim Umzug dabei. Zum Talmarkt kommt er aber "bestimmt schon seit 55 Jahren."


Hochseilakrobatik

 

Angeführt von Stadtkapelle und Fanfarenzug macht sich der Festzug auf in Richtung Tal. Dort bietet sich ein ungewöhnliches Bild. Mit den Köpfen im Nacken blicken die Besucher nach oben auf das über das Festgelände gespannte Stahlseil. Dort startet Falko Traber gerade sein Motorrad. Mit beachtlichem Tempo fährt der Hochseilartist über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Ungläubig schütteln einige Festgäste den Kopf, andere halten sich die Hände vor den weit geöffneten Mund. Viele trauen ihren Augen nicht, als der Hochseilartist die zweite Runde auf dem Seil nur auf dem Hinterreifen absolviert. "Wahnsinn", sagt ein Junge, der das Spektakel auf den Schultern seines Vaters verfolgt. Die Familie Traber ist zum runden Geburtstags des Talmarkts dort zu Gast und wird bis Dienstag insgesamt 13 Mal ihre waghalsige Show präsentieren.

Bevor die Party im Festzelt startet, zieht der Festzug in die Klosterkirche ein, zum wohl besinnlichsten Teil der Eröffnung, der Andacht. Pfarrer Sijoy Peter Thevarakatt erinnert an den kirchlichen Ursprung des Festes, das aus den Feiern zum Tag der Kirchweihe entstanden ist.

Kaum ist die Andacht zu Ende, erklingen wieder Pauken und Trompeten. Der Umzug startet in Richtung Festzelt. Der Fassanstich steht an. Davor gibt es eine Überraschung: Volksbank-Vorstand Matthias Hellmuth überreicht Bürgermeister Claus Brechter einen Scheck über 15 000 Euro, der für das Begleitprogramm des 1050. Talmarkts gedacht ist.


Routine

 

Danach muss der Rathauschef ran. Routiniert peilt er sein Ziel mit dem Holzhammer an. Es ist Brechters 26. Fassanstich als Bürgermeister. Die Übung zahlt sich aus: Gleich beim ersten Schlag fließt Bier aus dem Zapfhahn. "Mein persönlicher Rekord. Das habe ich noch nie geschafft", freut er sich und sagt den obligatorischen Satz, auf den alle im Festzelt gewartet haben, in der abgewandelten schwäbischen Version: "Ozapft isch."

 

 

 

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