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Sie bleiben sich treu

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Mit einem lautstark umjubelten Konzert der US-Band The Hooters im Schlosspark ist am Sonntag früh kurz vor ein Uhr das zweite Blacksheep-Festival im Weltmusikdorf Bonfeld zu Ende gegangen. Mit 5800 Besuchern an drei Festivaltagen sind die Macher der Kulturinitiative Blacksheep sehr zufrieden – eine Steigerung um 20 Prozent. "Wir etablieren uns", sagt Franz Koroknay, Kopf des Kreativteams. Zugleich kündigt er an, dass das dritte Festival vom 2. bis 4. Juni 2016 über die Bühne geht – um der Fußball-EM aus dem Weg zu gehen.

Publikum, Bands und Macher sind sich einig: Das zweite Blacksheep-Festival ist uneingeschränkt als Erfolg zu werten. Den würdigen Schlusspunkt setzen The Hooters aus Philadelphia, eine Band, die eine Aura des Verlässlichen, Ehrlichen umweht und damit prima zu Blacksheep passt. Seit 35 Jahren ist das Sextett um Eric Bazilian (62, Gitarre) und Rob Hyman (65, Keyboards) unterwegs und bleibt sich selbst treu. Klassiker wie "All You Zombies" , "And We Danced", "Karla with a K" oder "Johnny B" im Zugabenteil (samt Peter Schillings "Major Tom") sorgen für geballte Ausschüttung von Glückshormonen und lassen das ausgelassen feiernde Publikum Wort für Wort mitsingen.


Edelpunk

 

Mit einem ebenso begeisternden Konzert, das am Samstagmorgen erst um 1.20 Uhr endet, haben sich Bob Geldof und seine erstklassige Band einen Platz ganz oben in den Festivalannalen gesichert. Der 64-jährige irische Gitarrist und Sänger bietet mit seinen fünf Mitstreitern eine energetische Show zwischen keltischem Folk, harten Rockriffs, John-Lee-Hooker-Blues und dem Edelpunk seiner früheren Band Boomtown Rats. Deren Hit "I Don’t Like Mondays" zelebriert er ausgiebig mit dem Publikum.

Der Weltstar und Polit-Aktivist präsentiert sich in glänzender Spiellaune. Faszinierend zu sehen, wie Gitarrist John Turnbull (früher bei Ian Dury & The Blockheads), Bassist Peter Briquette und der massige Geiger Vince Lovepump schuften, herumwandern, aber bei "The Great Song Of Indifference" als Intro und letzte Zugabe, "Systematic 6-Pack" oder "Banana Republic", Geldofs Abrechnung mit dem Irland der 70er, so viel Spaß haben wie wir.

Beim galizischen Superstar Carlos Núñez ist eine abwechslungsreiche musikalische Rundreise durch den keltischen Kulturkreis zu erleben, die am Jakobsweg beginnt und in Mexiko und Brasilien endet. Auch er kann sich auf eine tolle Begleitband verlassen, etwa die irische Geigerin Tara Breen. Núñez ist ein Magier, der herumtänzelt, während er der Blockflöte und der Gaita, dem galizischen Dudelsack, verführerische Töne entlockt und zwischendurch die Stuttgart University Pipe Band auf die Bühne holt.

Breitbeinig steht sie auf der Bühne, ihre Gitarre fest im Griff. So leicht lässt sich Toby nicht ins Bockshorn jagen. Die Australierin fasziniert durch ihre unbeirrbare Can-Do-Haltung. Sie erzählt auf der Innenhofbühne in ihren Liedern aus dem Leben. Von Abschieden, die einen traurig, manchmal aber auch wütend zurücklassen. Vom Lebenskreis, den sie in "The Circle" beschwört. Die Fiddle fiddelt, das Schlagzeug hat Wumm, Toby Beard aber ist die Frau im Ring.


Walzertakt

 

Multitalent Alan Doyle überrascht nicht nur mit einem A-Cappella-Auftakt, er kramt auch ein paar Brocken Deutsch hervor: "Schätzle, Spätzle, du bist sehr hübsch. Darf ich dir ein Liebeslied singen?" Der 46-jährige Kanadier aus Neufundland wird begleitet von The Beautiful Gypsies, die einen fetten Folkrock-Sound liefern. Doyle ist ein echter Einheizer, der zwischen fetzigen Rock auch mal Lyrisches streut. "Where the nightingales sing" (Wo die Nachtigallen singen) ist ein Stück im Dreivierteltakt, zu dem im Kies vor der Kornspeicherbühne gern Walzer getanzt werden darf.

 

Wie sich die Newcomer des Festivals geschlagen haben, könnt ihr hier nachlesen. Einen Bericht der Auftritte von Modern Earl oder Sarah Lee Guthrie findet ihr hier.

 

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