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Flucht aus dem Rätselzimmer

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Erst ist das Zimmer völlig dunkel. Nur mit einer kleinen Lampe ausgerüstet können sich die Teilnehmer von "Cube Escape" einen Überblick verschaffen. An der Wand hängen einige der bekanntesten Kunstwerke der Welt, in der Mitte des Raums steht ein Tisch mit dutzenden Schlüsseln unter einer Glasplatte. Die Tür zurück ist abgeschlossen, genauso wie der Weg in das nächste Zimmer versperrt ist. "Eure Aufgabe ist es, das wertvollste Bild der Welt zu stehlen", verkündet eine Stimme den Auftrag. "Ihr habt 60 Minuten Zeit um zu fliehen."

 

Abenteuer


So beginnt eines der Abenteuer, die sich Simon und Sebastian Perger gemeinsam mit Tutku Sazlica ausgedacht haben. Die drei Heilbronner laden seit Anfang Januar zum ersten "Live Escape Game" der Region. Übersetzt heißt das so viel wie lebendiges Flucht-Spiel. Die Idee ist aus Computer- oder Handyspielen bekannt: In einem Zimmer sind verschiedene Gegenstände und Hinweise zu finden, die vom Spieler richtig kombiniert werden müssen, damit sich die Tür öffnet. "Es ist doch viel cooler, sowas in echt zu machen", erklärt Tutku Sazlica die Motivation der drei. Sie haben die Büroetage angemietet, zwei Rätselzimmer aufgebaut und wochenlang am Ablauf getüftelt. In jedem Raum gibt es eine eigene Geschichte. "Im Museum geht es eher um das Suchen und Finden", beschreibt der 23-Jährige. In Gruppen von zwei bis fünf Personen gilt es, hinter Bilder zu schauen, ein Bücherregal unter die Lupe zu nehmen oder Kombinationen für Zahlenschlösser zu erkennen. Die Preise liegen je nach Gruppengröße zwischen zehn und 19 Euro pro Person.

"Manche Gruppen brauchen eine Stunde, andere schaffen es in 30 Minuten", hat Tutku Sazlica beobachtet. Der zweite Raum ist schwerer, hier soll ein Tresor geknackt werden, dabei muss mehr geknobelt und kombiniert werden.

 

Konzept


Die Heilbronner sind überzeugt, eine erfolgreiche Geschäftsidee gefunden haben. Sie können sich vorstellen, bald in einer Großstadt den nächsten Standort zu eröffnen. Das Konzept ist inzwischen auch anderswo etabliert: In Prag geht es um die Flucht aus einem KGB-Büro, in Singapur werden Gruselfilme als Grundlage genutzt. Auch in Stuttgart und anderen deutschen Städten gibt es Angebote für Rätselfreunde

Damit keine Gruppe scheitert, sind die Zimmer in Heilbronn mit Kameras ausgestattet. Von außen beobachten die Macher, wie die Teilnehmer vorankommen. "Es gibt Checkpoints im Rätsel, die man nach einer gewissen Zeit passieren sollte", sagt Sebastian Perger. "Klappt das nicht, geben wir Hinweise." Besonders erfolgreich sind laut Simon Perger junge Teilnehmer: "Die sind ungehemmter, schauen hinter Sachen und fassen alles an". Bei Älteren dauere es oft länger, bis sie ihre Scheu ablegen und sich auf die Rätselgeschichte einlassen.


 

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