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Radfahrer kontra Marra-Haus-Gastro

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Der Konflikt um den Fuß- und Radweg in der Oberen Neckarstraße im Bereich des gerade entstehenden Marra-Hauses spitzt sich zu. Der Arbeitskreis (AK) Mobilität der Lokalen Agenda 21 Heilbronn fordert unter dem Motto "Soll unser wichtigster Radweg gesperrt werden" eine massive Einschränkung der Außengastronomie an diesem Neckaruferabschnitt. Um Aufmerksamkeit zu erreichen, hat der Arbeitskreis die Online-Petition "Uferpromenade schützen" gestartet, bis Sonntag 969 Unterschriften gesammelt und an die 2000 Flugblätter in Briefkästen und den Fußgängerzonen verteilt. "Ziel sind 1000 Unterschriften, die dann Oberbürgermeister Harry Mergel übergeben werden", sagt AK-Sprecher Roland Arnold

 

Ärger


"Es ist sehr schade, dass die Lokale Agenda, bewusst oder unbewusst, mit Unwahrheiten arbeitet, kritisiert Joachim Kruck im Gespräch mit der Heilbronner Stimme die Aktivitäten. Unter der Überschrift "Soll unser wichtigster Radweg gesperrt werden?" und der Forderung "Unser Rad- und Fußweg muss bleiben" werde suggeriert, dass eine Entweder-oder-Entscheidung zwischen Rad- und Fußweg oder Außengastronomie notwendig sei, ärgert sich der Investor des Marra-Hauses: "Da steigt der Blutdruck." Bedauerlich findet Kruck, dass bislang kein Vertreter der Lokalen Agenda Kontakt gesucht und sich informiert habe. Roland Arnold bestätigt diese Aussage und erklärt ferner, dass auch mit der Bauverwaltung über das Problem bis jetzt nicht gesprochen wurde.

 

Kompromiss


Der jetzt von der Verwaltung vorgeschlagenen Kompromiss sieht vor, dass im Bereich des Marra-Hauses die Verkehrsregelung "Fußgängerzone/Radfahrer frei" eingeführt wird. Fahrradfahrer müssen dann in der gesamten Außengastronomie-Zone Schrittgeschwindigkeit fahren. Dies gilt übrigens generell in Fußgängerzonen.

Für Ronald Arnold und Ulrich Baumann vom Agenda-Arbeitskreis Mobilität ist diese geplante Verkehrsregelung ein Unding: "Es ist sehr unverständlich, dass ein Landesradweg mit Gastronomie genutzt werden soll", wundert sich Baumann und ergänzt: "Die Obere Neckarstraße wurde einst mit öffentlichen Geldern saniert. Jetzt wird sie von Privaten genutzt." Mit dieser Maßnahme widerspreche die Stadt ihrem eigenen Ziel, mehr Menschen auf das Rad zu bringen.

Für die Sommermonate, wenn es an der Friedrich-Ebert-Brücke eng wird, erwarten Arnold und Baumann vor dem Marra-Haus "richtig Stress" zwischen Radlern, Fußgängern und Gaststättenbesuchern. Dazu sagt Kruck: "An diesen Tagen ist von Radfahrern Rücksichtnahme gefordert." Im Übrigen gebe es aufgrund des Wetters an etwa 245 Tagen im Jahr kein Konfliktpotenzial.

 

Interessen


Dass die Radfahrlobby mit Schlagworten wie "Schützt unsere beliebteste Flaniermeile" gegen die Außengastronomie argumentiere, versteht Kruck nicht: "Zu einer Flaniermeile gehört attraktive Gastronomie und Promenade heißt übersetzt Spazierweg." Die Gegner müssten sich vor diesem Hintergrund schon fragen lassen, ob sie "nicht Eigeninteressen über das Gesamtinteresse der Stadt und ihrer Bürger stellen". Langfristig sieht Kruck wie Baubürgermeister Hajek die Lösung der Radwegproblematik auf der Westseite des Neckars in der Bad- und Kranenstraße und im Neckarbogen. Offen räumt Kruck ein: "Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass einmal eine solche Diskussion geführt wird."



 

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