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Kaum Antworten und viele Fragen

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Die Fragezeichen werden nicht weniger. Vergangene Woche hat der baden-württembergische NSU-Untersuchungsausschuss sich zum ersten Mal mit dem Feuertod des damals 21-Jährigen Florian H. aus Eppingen befasst. Am 16. September 2013 verbrannte der NSU-Zeuge in seinem Auto auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Am Montag und am Freitag befragt der Ausschuss dazu 14 weitere Zeugen.

 

Geheimbund


Vor allem zu den Ermittlungen nach dem Tod von Florian H. tauchen dabei immer neue Fragen auf. Ein Stuttgarter Kriminaloberkommissar überbrachte gemeinsam mit einem Kollegen am 16. September 2013 die Todesnachricht an H.s Familie in Eppingen. Der Polizist ermittelte auch in den folgenden Tagen in dem Fall. Brisant: Der Polizist soll laut einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" früher selbst Kontakte zum Ku-Klux-Klan gehabt haben. Demnach hatte der Beamte 2001 den Kontakt zwischen einem Kollegen und dem Klan-Ableger in Schwäbisch Hall hergestellt. Heute ist der Beamte im Untersuchungsausschuss geladen.

Vater und Schwester von Florian H. hatten der Polizei schon vergangene Woche im Ausschuss schwere Vorwürfe gemacht. Die Beamten seien immer von einem Selbstmord ausgegangen, hätten diese Theorie nie hinterfragt. "Es ist nie darauf eingegangen worden, dass wir einen Suizid anzweifeln", sagte der Vater. Nicht einmal die Freundin des Toten haben die Beamten befragt.

 

Abgerutscht


Dabei gibt es viele ungeklärte Fragen. Etwa zu Verbindungen in die rechte Szene. Florian H. sei in Heilbronn "abgerutscht", berichtete seine Familie vergangene Woche. Im Wohnheim einer Heilbronner Klinik sei er 2010 "geködert worden", sagte sein Vater. Weil H. nicht polizeibekannt war, hätten rechte Gruppen in seinem Zimmer Waffen gelagert. H. hätte auch Aufträge aus der Szene bekommen und sei dafür bezahlt worden, Leute zu bedrohen. Auf einem speziellen Handy musste er immer erreichbar sein, berichtet seine Schwester. "Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Rechte es in Heilbronn gibt", soll H. einmal zu ihr gesagt haben. Die Polizei spricht dagegen davon, dass es keine echte rechte Szene in Heilbronn gebe. Im Moment äußert sie sich nicht zu dem Fall.

Dabei stellen sich nach den Aussagen von Zeugen im NSU-Ausschuss viele neue Fragen. Wusste Florian H. wirklich etwas zu den Tätern des Polizistenmords? Florian H. soll zu seinem Vater einmal über rechte Gruppierungen in der Region Heilbronn gesagt haben: "Denen ist ein Menschenleben egal, die gehen über Leichen."


 

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