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Suche nach Ursache beginnt

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"Für das, was passiert ist, fallen mir keine Worte ein", sagt Ulrich Hamprecht. Der 55-Jährige aus Stolzeneck wohnt in der Nähe jener Unfallstelle, an der am Samstag bei der Unterland-Hohenlohe-Rallye drei Menschen schwer verletzt wurden. Ein Vierjähriger schwebt noch in Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei haben Vorermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung in jegliche Richtung eingeleitet. Dr. Gregor Elskamp, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn, betonte, es gebe noch keinen konkreten Beschuldigten. Zunächst würde die gesamten Planung der Strecke untersucht, also auch, wo abgesperrt war und wie viele Ordnungsposten auf dem Gelände waren. Ein Experte beschäftigt sich mit dem Rennwagen. Dessen Gutachten liege noch nicht vor, berichtet Elskamp.

Als der Unfall geschah, hielt sich Ulrich Hamprecht ein paar Hundert Meter weiter oben an der Rennstrecke auf. "Ich habe einen Motor aufheulen hören und dann sagte jemand, es sei etwas Schlimmes passiert", berichtet er. Sein Sohn Henrik und er liefen los. Sie sahen das Auto im Acker oberhalb der Umspannstation. An der rechten Straßenseite, an der der BMW in die Menge schleuderte, hätten sie kein Absperrband gesehen, berichten sie.

"Wir haben uns gewundert, warum direkt am Transformatorenhäuschen Menschen sitzen durften", meint Hamprecht. Zuvor habe er gehört, wie sich ein Streckenposten beklagt hätte, dass Zuschauer an gefährlichen Stellen stünden und nicht weggehen wollten. Ob damit die Gruppe oberhalb des Transformatorenhäuschens gemeint war, kann niemand sicher sagen.
 

Rallyeunfall: Suche nach Ursache beginnt


Ein Vierjähriger wurde schwer verletzt und vom Rettungshubschrauber geholt.
Eine 35-jährige Zuschauerin und der 37-jährige Onkel des Vierjährigen wurden schwer verletzt. Der Bruder des 37-jährigen erinnert sich, dass er in einer Gruppe links von der Umspannstation gestanden habe. Dann habe sie ein Ordner angewiesen, die Stelle zu verlassen und sie seien weiter nach oben gegangen. "Uns wurde nie gesagt, dass das kein Zuschauerplatz ist. Das war hundertprozentig keine Sperrzone und es gab definitiv kein rot-weißes Absperrband", behauptet der Mann.
 

Streitpunkt


Sicher ist, dass nicht die komplette rechte Seite (von Metzdorf kommend) mit Absperrband markiert war. Zum Unfallbereich selbst gibt es unterschiedliche Aussagen. Denn Udo Stobbe von der Rennleitung des Hohenloher Motorsportclubs sagte am Samstag, der Bereich des Unfalls sei als Sperrzone gekennzeichnet gewesen und die Personen seien mehrmals aufgefordert worden, sich zu entfernen.

Auf eine Anfrage der Hohenloher Zeitung zum Unfallhergang und den Absperrbändern am Montag äußerte sich Stobbe nicht. Der Bruder des 37-jährigen Unfallopfers sagte, dass sich drei Streckenposten bei einer mindestens zehnköpfigen Gruppe befunden hätten. Aus diesem Grund sei ihm dieser Platz sicher vorgekommen.

Eine Rallyestrecke muss beim Ordnungsamt angemeldet werden. Das Streckengutachten, auf dem die Details eingetragen seien, habe ein Sportkommissar zugelassen, berichtete Axel Schramm vom Ordnungsamt Öhringen. Ob die Anordnungen im Gutachten eingehalten werden, ist Sache des Veranstalters.
 

Zu schnell


Rallyefahrer Hans-Peter Kurrle (72) aus Künzelsau fuhr am Samstag auch die Strecke. Er ist dafür, die Bedingungen für Rallyes zu ändern: "Die Jungen heute haben viel zu wenig Übung und die Autos sind viel zu schnell." Früher hätten nur Fahrer, die bestimmte Strecken nachweisen konnten, eine Starterlaubnis bekommen. "Rallye bedeutet, von A nach B zu fahren, ohne Unfall. Das ist der Unterschied zum Rennen, da darf man rausfliegen."


 

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