Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Staatsanwalt will lebenslange Haft

zurück zur Übersicht
In einem waren sich am Montag vor dem Landgericht alle einig. Der Horkheimer Brandleichen-Fall hat unendlich viel Leid verursacht. "Das bleibt übrig", sagte am Montag Staatsanwalt Christoph Meyer-Manoras. Doch während er von einer Tat sprach, "die schrecklicher kaum sein konnte" und deshalb lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld in seinem Plädoyer beantragte, forderte Verteidigerin Vanessa Höch für ihren Mandanten "nur" eine Verurteilung wegen Totschlag.

Was war geschehen? Der 26-jährige Angeklagte geht im Juni 2014 zu einem 39-Jährigen in dessen Horkheimer Wohnung, um von ihm Drogen zu kaufen, wie er aussagt. Dabei sei es zum Streit gekommen. Er tötet das Opfer mit 24 Messerstichen, nimmt den Hausschlüssel mit und kommt mehrmals in die Wohnung zurück, nimmt TV, Blue-Ray-Player und Armbanduhren mit. Er versucht auch, mit der EC-Karte des Toten Geld abzuheben.

 

Benzinkanister


Den mitangeklagten Freund (28) weiht er ein. Der Kompagnon geht einmal mit in die Wohnung, wo immer noch die Leiche liegt. Der Freund gibt dem 26-Jährigen einen Benzinkanister, mit dem dieser drei Tage nach der Tat die Wohnung in Brand setzt, um Spuren zu verwischen.

Staatsanwalt Meyer-Manoras wertet das Geschehen so: Der Hauptangeklagte "machte ihn auf die brutalste Weise tot". Das Verbrechen sei so von "Skrupel- und Mitleidlosigkeit geprägt", dass es kaum eine klarere besondere Schwere der Schuld gebe. Sehen das Richter auch so, kommt keine vorzeitige Entlassung aus der Haft in Frage. Für Meyer-Manoras stand fest: Mord aus Heimtücke, Habgier und zur Ermöglichung einer Straftat, nämlich des Raubs. Der 26-Jährige habe den Hausschlüssel wohl kaum im Affekt mitgenommen. Für den mitangeklagten 28-Jährigen beantragte der Staatsanwalt zwei Jahre und drei Monate Haft – unter anderem wegen Brandstiftung. Der Komplize hatte durch sein Geständnis den Freund stark belastet. Elisabeth Unger-Schnell, Rechtsanwältin des Opfers, unterstrich, wie groß das Leid für die Hinterbliebenen sei. "Der Brand ist für sie ein zweiter Tötungsakt."

 

Affekt


Für Verteidigerin Vanessa Höch war es Totschlag. Ihr Mandant sei unter Drogen gestanden, habe im Streit getötet und den Schlüssel im Affekt mitgenommen. Ihr Mandant habe zunächst nicht die Absicht gehabt zu stehlen. Die Höhe der Strafe ließ sie offen. Verteidiger Atanasios Tsiakiridis beantragte für den mitangeklagten 28-Jährigen eine Bewährungsstrafe, "die ihm noch eine Perspektive eröffnet."


 

Galerien

Regionale Events

Digitale Azubimesse

Mehr als 50 Unternehmen stellen von 14. bis 20. Februar ihr Aus- und Weiterbildungsangebot digital vor.

Neuer Impfpunkt

Die Stadt Heilbronn ergänzt ihr Impfangebot um die Harmonie.