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Geständnisse stimmen Richter milde

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Der hauptangeklagte Eigentümer (49) der Leingartener Disco La Boom und zwei 24 und 23 Jahre Türsteher des Lokals haben gestern vor dem Landgericht Geständnisse abgelegt. Sie sind wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung und Beihilfe zur Körperverletzung angeklagt. Sie sollen einen Gast im Juni 2013 so zusammengeschlagen haben, dass er an den Kopfverletzungen fast gestorben wäre.

Der Disco-Eigentümer, der sich laut seinem Anwalt von dem Geschäft zurückgezogen hat, räumte ein, dass er den Gast vor dem Lokal geschlagen habe. Dieser sei einer von mehreren Besuchern gewesen, die Frauen in der Diskothek belästigt hätten und darum hinausgeworfen worden seien. Vor dem Lokal habe ihn einer der Gäste angegriffen. So sei es zu den Schlägen gekommen. Der 49-Jährige versicherte: "Ich bin nicht für die schweren Verletzungen des Opfers verantwortlich." 

Ein 24-Jähriger Türsteher räumte ein, einen Gast daran gehindert zu haben, seinem Kumpel zu Hilfe zu kommen. Der zweite 32-jährige Türsteher gab zu, dem Opfer "einen Stoß" versetzt zu haben. Mehr nicht.
Vor den Geständnissen hatte es Verständigungsgespräche zwischen den Verfahrensbeteiligten gegeben. Die Richter stellten Bewährungs- und Geldstrafen in Aussicht, wenn die Angeklagten die Vorwürfe einräumen. Teil der Verständigung ist auch ein Täter-Opfer-Ausgleich und eine Abfindung für das durch seine Verletzungen in wirtschaftliche Not geratene Opfer. Die Angeklagten sollen nun insgesamt 120 000 Euro Wiedergutmachung zahlen. Damit wären auch alle zivilrechtlichen Ansprüche abgegolten.

"Wir können die Geschichte nicht aufklären", sagte der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth. Klar ist nur, dass die schweren Kopfverletzungen nicht zu der Zahl der Schläge in den Geständnissen passen. Und: Es gibt zwei Tatorte, an denen geschlagen wurde. Einen hinter der Fluchttüre, wo die Auseinandersetzung mit dem Disco-Eigentümer stattfand – und einen 25 Meter entfernt, wo laut Rechtsmediziner den Blutspuren nach mindestens noch ein Schlag erfolgte und wo das Opfer später gefunden wurde. Wer diesen Schlag setzte, ist völlig unklar. Das Opfer kann sich an nichts mehr erinnern. Sicher ist nur, wer den Verletzten fand: Der 24-jährige Türsteher, als er einige Zeit später abermals auf den Parkplatz vor die Disco ging. Er hat dem Schwerverletzten mit dem Notruf wohl das Leben gerettet. 

 

Keine Zeugen


Der Staatsanwalt sagte, dass der Sicherheitsdienst eigentlich "deeskalierend wirken sollte". Es gebe aber keinen Zeugen, der sagen könnte, was am Auffindeort passiert ist. Der Staatsanwalt forderte für den Hauptangeklagten eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten, für den 24-jährigen eine Geldstrafe von 2250 Euro, für den 32-jährigen Türsteher eine über 2000 Euro. Die Verteidigerin des Disco-Eigentümers, Peggy Eisele, beantragte eine "angemessene Bewährungsstrafe". Sie sagte: "Mein Mandant ist kein Schläger." Die Verteidiger der Türsteher plädierten auf Geldstrafen.



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