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Rettungshunde sind voll konzentriert

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"Auf geht’s!" Das Kommando von Christian Kühl ist kurz und eher leise. Doch Nino, eine Mischung aus Jack Russel und Beagle, weiß genau, was er zu tun hat: Menschen suchen. In diesem Fall zwei Kollegen des Hundeführers aus Sigmaringen, die sich im Badewannen-Bahnhof des Erlebnisparks Tripsdrill versteckt haben.

Nino marschiert entschlossen los, schnüffelt hier, schaut dort. Wenig später verrät lautes Bellen, dass er die erste Person entdeckt hat. Er kann sie zwar nicht sehen, weil sie durch eine Luke unter einen Bretterboden geklettert ist. Aber wofür hat er seinen Geruchssinn? "Gut gemacht", lobt Christian Kühl. Zusätzlich wird der Hund mit einem Leckerli belohnt: Thunfischpaste. Das motiviert für den nächsten Einsatz.

Zwei Wochen vor der Saisoneröffnung ist der Freizeitpark bei Cleebronn Schauplatz einer Übung der Trümmergruppe des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg. Diese spezielle Rettungshundeeinheit steht 365 Tage im Jahr rund um die Uhr bereit, um verschüttete Personen aufzuspüren. Der Ernstfall tritt zum Glück selten ein – nur fünf Mal in zehn Jahren. Aber es gibt ihn. Zuletzt wurde die Gruppe 2013 zu einer Gasexplosion nach Heidenheim gerufen. Man befürchtete, dass unter den Trümmern des eingestürzten Hauses zwei Menschen begraben sein könnten. "Wir konnten dann schnell klarstellen, dass da niemand ist", sagt Ralf Strecker, der Leiter der Gruppe. Den Hunden sei Dank.

 

Materialien


Das Gelände in Tripsdrill ist ideal für Übungen. Der Park ist groß, bietet viele Versteckmöglichkeiten. Vor allem aber finden sich viele verschiedene Untergründe und Materialien. Holz, Steine, Erde und Wasser.
Gitterroste, Schrägen und schwankende Brücken. Und Dunkelheit, etwa in den Katakomben der Holzachterbahn Mammut oder in der Burg Raue Klinge. "Da lassen sich ganz unterschiedliche Situationen zusammenstellen", sagt Ralf Strecker. Auf seinem Helm hat er nicht nur eine Lampe, sondern auch eine Kamera montiert. "Damit ich noch mal sehen kann, wie mein Hund das gemacht hat." Strecker hat sich aber auch schon selbst im Einsatz filmen lassen. Eigenkontrolle. "Viele Hundeführer unterschätzen die Körpersprache", weiß er. Sie können den Hund damit ausbremsen und verunsichern – oder ermutigen. Darauf gilt es in der Ausbildung zu achten.

 

Hängebrücke


16 Teams sind auf dem Gelände verteilt. Dyo, der griechische Straßenhund von Reinhard Freilinger, geht eher vorsichtig über die leicht wackelige Hängebrücke. "Weiter!", ermuntert ihn sein Herrchen, treibt ihn aber nicht zur Eile an. "Vorsichtiges Gehen auf unbekanntem Grund ist für einen Trümmerhund eine wichtige Übung."

In dunklen Kellerräumen zu arbeiten – da müssen sich auch Hunde überwinden. "Am Anfang ist er nur zehn Meter reingegangen", berichtet Ute Höfer von der Rettungshundestaffel Ludwigsburg über die Ausbildung ihres Labrador-Retrievers Emil. "Dann legt man das Opfer immer weiter nach hinten." Der sehr gut ausgeprägte Geruchssinn und die Tasthaare an Nase und Augen helfen bei der Suche. Entscheidend für die weitere Motivation ist aber der Erfolg – und das Lob hinterher.

Nicht immer wird der Versteckte so schnell gefunden. Manchmal dauert die Suche 15, 20 Minuten. Das erfordert Konzentration, ist anstrengend für den Vierbeiner. "Dann sollte der Hund zwei Stunden Pause haben", sagt Ute Höfer. "Das Tier leistet da viel Kopfarbeit."


 

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