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In 365 Tagen durch vier Kontinente

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Es gibt Weltumsegler, Weltumwanderer, Weltumflieger – und es gibt Felix Starck, den Weltumradler. Knapp 18 000 Kilometer war er quer durch Asien, Neuseeland, Europa und die USA unterwegs – und das alles aus eigener Kraft per Fahrrad. Im Künzelsauer Prestige Filmtheater stellte der Pfälzer jetzt seinen Film über die 365-tägige Radtour vor.

 

Schicksalsschläge


Mit seinem Fahrrad und anfangs knapp 60 Kilogramm Gepäck machte der Herxheimer sich am 22. Juni 2013 auf den Weg. Der war von Höhen und Tiefen und schweren Schicksalsschlägen begleitet. Alle seine Eindrücke und Emotionen hielt der 24-jährige mit seiner Kamera in der Dokumentation "Pedal the World" fest. 

Lachen, Staunen und Schweigen – man hört alles im ausverkauften Kino, während der rund 80-minütigen Dokumentation über Felix Starcks beeindruckende Reise. Ob wilde Elefanten oder Affen, wunderschöne Landschaften oder ein verrücktes Neujahrsfest in den Straßen Bangkoks. Der Herxheimer Weltenbummler scheint all das erlebt zu haben, wovon viele andere ihr Leben lang träumen und das mit gerade einmal 24 Jahren.

Doch was bringt einen 24-jährigen aus der Pfalz, der davor mit Radfahren nicht wirklich viel zu tun hatte, dazu, sich auf seinen Drahtesel zu schwingen und die Welt zu umradeln? Die Erklärung ist simpel: "Es war einfach billig, und ich war schneller als zu Fuß. Trotzdem war das Radfahren nicht unbedingt spaßig." Statt drei Monate mit dem Auto konnte er so ein ganzes Jahr reisen. 

Um die Reise überhaupt antreten zu können musste er alles verkaufen, den Job kündigen und seine Wohnung auflösen. Sogar T-Shirts habe er im Internet für fünf Euro verscherbelt. Und da er bei Beginn der Planungen gerade einmal 400 Euro auf dem Konto hatte, konnte er jeden Euro gut gebrauchen. Letztlich kamen knapp 9000 Euro zusammen. Damit machte er sich auf den Weg.

Aber wozu zuhause alles aufgeben und all die Strapazen auf sich nehmen? Wozu tausende Kilometer auf dem Fahrrad quer durch Europa, Asien, Neuseeland und die USA zurücklegen, statt bequem zu fliegen oder zu fahren? Ganz einfach, um den Sinn des Lebens zu finden und absolut frei zu sein. Doch so idyllisch und harmonisch das auch klingen mag, Felix Starck musste auf seiner Sinn- und Freiheitssuche auch manch schweren Rückschlag in Kauf nehmen.

Zuerst trennt er sich von seinem Reisepartner Fynn. Zu unterschiedlich waren ihre Vorstellungen von der gemeinsamen Weltreise. Es folgte eine schwere Lungenentzündung und später der Tod des geliebten Großvaters. Aber er macht weiter. Aufgeben ist, wie er im Film sagt, nicht seine Art. Und das glaubt man dem relaxten und sympathischen Pfälzer sofort. Er wirkt zielstrebig und zufrieden. Natürlich habe er auch öfter ans Aufgeben gedacht – mindestens vier oder fünf Mal. "Aber das Schöne war am Ende schöner als das Schlechte schlecht war", sagt Felix Starck.

 

Erfolg


Mittlerweile, daraus macht er auch keinen Hehl, lohnen sich die ganzen Anstrengungen auch in kommerzieller Hinsicht. Die DVD, die er, wie auch schon die Reise, komplett im Alleingang produziert hat, wurde bisher mehrere tausend Mal in rund 82 Länder verkauft. "Ich war Produzent, Regisseur, Kameramann und Hauptdarsteller in einem; jetzt bin ich zusätzlich noch Pressechef und Versandleiter, da ich jede DVD selbst einpacke und mich selbst vermarkte." 

Auf die Frage, ob er nach diesem großen Abenteuer noch derselbe sei, antwortet er selbstbewusst: "Nein, ich bin jetzt viel entspannter und zufriedener mit dem, was ich habe. In manchen Teilen Asiens haben die Leute nichts und sind dennoch glücklich." Das Ziel der Suche nach dem Sinn des Lebens und der absoluten Freiheit scheinen damit also erfolgreich gewesen zu sein. Und ein neues Reiseziel hat er auch schon: Grönland, aber nicht mit dem Fahrrad, sondern auf Skiern



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