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Stahlteil durchschlägt Hallendach

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Es klingt fast unglaublich, was Benjamin Schollenberger am Freitagnachmittag in Eppingen erlebt hat. Nur fünf Meter von ihm entfernt schlug ein etwa apfelgroßes Stahlteil auf, das zuvor das Flachdach der Fensterbaufirma Lang in Eppingen durchschlagen hatte.

 

Knall


"Hätte es mich getroffen, wäre es vorbei gewesen", sagt der 26-Jährige. Erst am Samstagmorgen realisiert er, was eigentlich passiert war. Den Blick starr in eine Ecke gerichtet, erinnert er sich. "Ich stand an meiner Dübelmaschine und habe Teile gebohrt", sagt der Sulzfelder. Plötzlich hörte er einen lauten Knall. "So, als ob jemand einen großen Stein auf einen Betonboden wirft." Er schaute sich um, blickte zur Decke der Halle. Dort klaffte ein faustgroßes Loch. Licht drang durch die Öffnung. "Dann habe ich eine Staubwolke an der Decke gesehen."

Der 26-jährige Fensterbauer suchte auf dem Boden und fand den Stahlklumpen. Er schaute sich den Fremdkörper genauer an. "Der sah irgendwie so zusammengepresst aus." Er wollte ihn berühren, aufheben, spürte aber eine unglaubliche Hitze. "Im ersten Moment dachte ich, das ist Weltraumschrott." Dann kam ihm die Idee, dass das Stahlteil von einer benachbarten Firma kommen könnte. 

Davon geht auch die Polizei aus. Vermutlich, so schreibt sie im Pressebericht, könnte das Teil aus einem etwa 200 Meter entfernten Schredder einer Metallverwertungsfirma herausgeschleudert worden sein, der mit nahezu 240 Stundenkilometer rotiert. 

 

Glühend


Das 600 Gramm schwere Teil flog dann in hohem Bogen über die Heilbronner Straße, eine Hauptverkehrsstraße in Eppingen. Glühend heiß kam das Stahlteil angeflogen, schlug durch die Decke der Montagehalle und landete neben dem Sulzfelder. Auch nach 40 Minuten war der Klumpen laut Polizeibericht noch 31 Grad heiß.

Der mysteriöse Flugkörper stieß bei Schollenbergers Kollegen auf Interesse. "Ich dachte mir, der macht einen Witz", sagte Sven Vylezik, als der Sulzfelder von dem Stahlklumpen berichtete. Der Eppinger habe eine Erschütterung wahrgenommen als das Stahlteil durch die Decke krachte, konnte sich aber nicht erklären, was es war.

Unternehmenschef Volker Lang spricht von einer gewaltigen Wucht, mit der die Stahlkugel durch die Decke schlug. Einen lauten Knall habe er gehört. "Das Teil hat richtig Dampf drauf gehabt." Für Lang sah es aus wie ein gefaltetes Stück Flachmaterial. Der Chef lobte seinen Mitarbeiter. Der habe nach dem Vorfall ganz normal weitergearbeitet. Auch er ist erleichtert. "Dass es so ausgegangen ist, darüber sind wir froh." Schollenberger konnte am Samstagmorgen aufatmen: "Ich habe einen Schutzengel gehabt."

Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 800 Euro. Die Ermittlungen dauern an. Hinweise nimmt die Polizei unter 07262 60950 entgegen.


 

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