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Glauben kann man nicht googlen

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Es ist Konfe-Zeit – wie früher vor Ostern. Die meisten evangelischen Kirchengemeinden in Württemberg aber feiern erst im April und Mai Konfirmation. In Untergruppenbach und Eschenau, in Neckarsulm und Siegelsbach war schon am Sonntag großes Fest für die 13- bis 15-Jährigen. In der Heilbronner Martin-Luther-Kirche sagten 22 Jungen und Mädchen Ja zu Taufe, Glaube und Kirche. Ihr Pfarrer Albrecht Wein freut sich mit ihnen: "Das Schöne am Konfirmandenjahr und an der Konfirmation ist, dass am Ende keine Beurteilung steht, sondern ein Fest."

Was bleibt? Melina Schönhut (13) hat erfahren, wie man betet, und dass man sich an den lieben Gott wenden kann, wenn man Sorgen hat. "Das Konfi-Camp war sehr gut", sagen die Konfirmanden der Heilbronner Emmaus-Kirchengemeinde: die Nachtwanderung, der Wald beim Jugendgästehaus Kreuzle, die Gesellschaftsspiele. So ein gemeinsames Wochenende gehört traditionell zum Konfirmandenunterricht, sagt Dekan Otto Friedrich, es zählt bei den 60 mal anderthalb Stunden Unterricht einfach dazu.

 

Mittwochs Konfe


Jeden Mittwoch haben sich die 22 Emmaus-Konfirmanden getroffen. Nils Bauer (13) fand die Stunde mit dem Abendmahlskoffer interessant. Den Kelch mal anfassen, die Dose fürs Brot öffnen, sehen, "wie das alles aussieht" – das war gut. Sie lernten, warum man Weihnachten feiert – weil Christus in die Welt gekommen ist. Und am Ende jeder Konfirmandenstunde bildeten sie einen Kreis um den Altar in der Martin-Luther-Kirche und beteten das Vaterunser.

Pfarrer Wein ist sich sicher, dass nach der gemeinsam verbrachten Zeit vor allem das Fest in Erinnerung bleiben wird. Und er hofft auf die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen: "Was Konfirmation wirklich bedeutet, das kann man genauso wenig googlen, wie, was Glauben wirklich bedeutet. Man muss es einfach erleben." Das war in seiner Predigt der Satz vor dem Amen.

"Meine Mutter hat gesagt, ich sollte das machen", erklärt Nicole Wambolt (15), denn dann könne sie später einmal in der Kirche heiraten. Wer konfirmiert ist, darf auch Taufpate werden und mit vollendetem 14. Lebensjahr an Kirchenwahlen teilnehmen. Traditionell stand die Konfirmation für viele Jugendliche am Ende der Schulzeit, galt als ritueller Schritt ins Erwachsenenleben. Dazu gehörte auch, beim mittäglichen Festessen zum ersten Mal "öffentlich" Alkohol trinken zu dürfen. Für Melina und ihre Zwillingsschwester Lucie, für Nicole und Nils war das aber kein Thema.

 

Traum-Phone


Die Geschenke sind da schon wichtiger, ein bisschen wenigstens. Lucie will möglichst viel auf die Bank tragen – für den Führerschein. Vielleicht reicht es noch für einen neuen Akku fürs Handy? Ein super Smartphone hat Nicole ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen, das kauft sie sich vom Konfegeld. Nils ließ sich einfach überraschen, auch von der Gästeschar, die sich ihm zu Ehren einstellte. Dieses Fest, "die ganze Familie so zusammen", das war für Melina das Größte.



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