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Umfrage mit klarem Votum

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Nordheim hat es. Neckarwestheim bekommt es. Und? Möchte der Lauffener Nachwuchs auch ein nagelneues Jugendhaus? Jein, könnte die Antwort lauten, die Alexander Meic aus einer Umfrage des Jugendrates und der Situation vor Ort ableitet. Der Leiter des Lauffener Jugendreferats weiß sehr wohl, dass die Jugend eine Bleibe braucht. Doch ein zentrales Jugendhaus, das womöglich noch von einzelnen Gruppen in Besitz genommen wird und dadurch andere vom Besuch abhält, sieht er mit Skepsis.

 

Charme


Seine Idee, die er am Mittwoch dem Lauffener Gemeinderat vortragen wird, hat viel Charme. Jugendräume ja, aber unabhängig voneinander. Also dezentral. So hat für ihn eine kleine Kfz-Werkstatt Reiz: Etwa eine Garage, ausgestattet mit Werkzeug, wo die Jugend an Fahrrädern oder Mopeds basteln kann. "Oder ein Musikraum, der nicht nur für die Bandprobe taugt, sondern auch für kleine Konzerte geeignet ist." Und schließlich auch ein Ort zum Rumhängen, schwätzen, um eine Cola oder ein Bierchen zu trinken. In Zusammenarbeit mit einem Wirt? "Das ist alles offen", sagt Meic. Reine Gedankenspiele. Ebenso, wie subventionierte Getränke. Alkohol? Ein Reizthema in vielen Gremien.

Doch Meic hält mehr davon, wenn Jugendliche unter "Kontrolle" ein Weizen trinken. "Sonst glühen die doch woanders vor." Dreh- und Angelpunkt ist der Gemeinderat. Würde er einen Streetworker finanzieren, der für diese dezentrale Lösung erforderlich wäre? Für ihn ist klar, dass kein Sozialarbeiter aus den Schulen diese Aufgabe wahrnehmen kann. "Wir sind zwar nah am Schüler dran, aber auch an den Lehrern", sagt der 50-jährige Kinder- und Jugendtherapeut, der sein Büro in der Werkrealschule hat.

Und damit gebe es eine Hemmschwelle für Jugendliche, die in einem wie auch immer gearteten Jugendhaus einem Sozialarbeiter ihr Herz ausschütten wollen. "Das muss einer sein, der mit Schule nichts zu tun hat", sagt Meic.

Klar ist, 90 Prozent der Jugend unterstreichen mit ihrem Votum den Bedarf für ein Jugendhaus mit WLan, Tischkicker, Billard oder etwa Fernseh-Ecke. Das PaulZ, gewissermaßen ein Provisorium in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde, reicht nicht. So sehen es 140 Jugendliche, die an der Internetwahl des Jugendrats "Klick dich rein" teilgenommen haben. Vor allem an den Abenden und an den Wochenenden sollen Jugendräume offen sein, in den Ferien ab 11 Uhr.

 

Angebote


Der Unterbau in der Freizeitbetreuung des Nachwuchses in Lauffen ist gut. Kindergartenkinder bis Zwölfjährige sind auf dem Abenteuerspielplatz der Stadt, eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit, unter den Fittichen des Pädagogen Hans Krauss gut aufgehoben. Auch das Vereinsangebot ist beachtlich. Doch wer sich nicht für das regelmäßige Üben auf der Trompete, die Pflichten fürs Fußballtraining oder für die kirchliche Jugendarbeit erwärmen kann, steht auf der Straße.



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