Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Zweierlei Alkohol-Trinkrecht

zurück zur Übersicht
Beim Alkoholkonsum in Stadtbahnen gilt zwischen Karlsruhe, Heilbronn und Öhringen zweierlei Hausrecht, und jetzt wird sich die Lage noch verschärfen. Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) stellt zum 1. April das Trinken von Alkohol in Bussen und Stadtbahnen unter Strafe und ahndet einen Verstoß mit 40 Euro. Der Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr (HNV) plant dagegen kein solches Vorgehen. Hier soll in Stadtbahnen Alkoholtrinken ohne Belästigung anderer weiter erlaubt bleiben.

Es könnte die Situation entstehen, dass Fahrgäste aus Richtung Bretten bis Eppingen Bier- und Schnapsflaschen in der Tasche lassen, bei der Weiterfahrt nach Gemmingen dann fröhlich die Flaschen kreisen lassen. Eppingen ist die Grenze der beiden Verbünde, hier stoßen die Geltungsbereiche aufeinander.

 

Verbannen


Im Jahr 2008 hat der KVV das Alkoholverbot für Stadt- und Straßenbahnen erlassen. Bisher forderte man Alkohol trinkende Fahrgäste auf, die Flasche zu verschließen und wegzupacken oder die Stadtbahn zu verlassen. Jetzt kommt die Verschärfung. Man wolle den störenden Alkoholkonsum "endgültig aus Bussen und Stadtbahnen verbannen", teilt der KVV mit. Man möchte Fahrgästen saubere Fahrzeuge und einen geschützten Raum bieten. Einen konkreten Anlass gebe es nicht, sagt Sprecherin Sarah Breuer. Verstöße hätten sich aber auf einem gleich bleibenden Niveau eingependelt. Und es gebe viele Reaktionen, dass Kunden sich daran stören. "Wir wollen nicht, dass Fahrgäste unsere Stadtbahnen als Partybahnen nutzen", sagt Breuer. Kontrolleure, die täglich unterwegs seien, sollen das Verbot kontrollieren und künftig Geldstrafen verhängen.

Im HNV-Land dagegen können ruhige Zecher gelassen bleiben. Jeder Verkehrsverbund regelt selbstständig die Beförderungsbestimmungen, erklärt Geschäftsführer Gerhard Gross. Er bestätigt, dass Alkoholtrinken in Stadtbahnen im HNV-Gebiet nicht verboten ist, man auch nicht plane, Strafgelder zu verhängen. Wer unter Alkoholeinfluss aber negativ auffalle, den könne man von der weiteren Beförderung ausschließen, erklärt Gross. Man wolle aber weiterhin erlauben, nach Feierabend in der Stadtbahn ein Bier zu trinken oder nach dem Weindorf mit einem noch halb vollen Glas in die Stadtbahn einzusteigen. Probleme mit alkoholisierten Fahrgästen nennt der HNV-Chef "überschaubar" und "Einzelfälle". Er ist skeptisch, ob man diese mit einem generellen Verbot verhindern kann.

Sind Badener vielleicht die schlimmeren Trinker? Gross weiß es nicht. Beim HNV seien Beschwerden über alkoholisierte Fahrgäste selten, teilt er mit.

 

Ausreichend


Bei den Heilbronner Verkehrsbetrieben hält Fahrdienstleiter Steffen Müller die HNV-Regeln für ausreichend. Eine Zunahme von Problemen mit alkoholisierten Fahrgästen in Stadtbussen gebe es nicht. Wer ersichtlich unter Alkoholeinfluss steht und andere gefährden kann, werde nicht mitgenommen. Bei Verunreinigungen werde eine Gebühr von 15 Euro erhoben. In Problemfällen verständigt der Busfahrer über die Leitstelle die Polizei. 


 

Galerien

Regionale Events