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Junger Frankenbacher hilft in Ghana

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"Ich wollte schon immer mal so richtig ins Ausland und ein Abenteuer erleben", erzählt der 20-jährige Nico Weinand. Mit einem medizinischen Praktikum in Ghana ermöglicht sich der Rettungssanitäter aus Frankenbach derzeit genau diesen Traum. Vom Dorf Dodowa in der Nähe von Accra aus hilft er in der Notfallambulanz der örtlichen Klinik, bei Projekten mit Krankenschwestern in kleineren Dörfern und bei der ersten Hilfe in Schulen.

Seit Anfang September ist der junge Mann in Ghana und wird noch bis Mitte November bleiben. Gelandet ist er dort über die englische Agentur Project Abroad, die vor Ort unter anderem zwei Schulen aufgebaut hat. Seinen Aufenthalt finanziert er selbst. "Das kostet zwar eine Stange Geld, aber es ist eine einmalige Erfahrung", findet der Frankenbacher. Untergebracht ist er privat, bei ihm wohnt eine weitere Freiwillige aus Belgien.

Alltag

Schon in den ersten Tagen wurde das komplette Spektrum der Arbeiten abgerufen. In einer abgelegenen Schule kümmerten er und andere sich um Kinder und deren teils großflächige Wunden, um Entzündungen oder Risse. Auch Vorträge über persönliche Hygiene, HIV und Hepatitis standen an. Im Einsatzgebiet liegt das Potter Village, eine Mischung aus Waisen- und Frauenhaus, in dem sich die Helfer unter anderem in der Schwangerschaftsvorsorge einsetzen.

Mit den Krankenschwestern geht es hinaus in Dörfer zur Betreuung der Kleinkinder und ihrer Mütter. "Als Rettungssanitäter verstehe ich natürlich, was vor sich geht, sehe, was gut gemacht wird, aber auch, dass der Begriff steril in Europa und Afrika unterschiedlich definiert wird", erzählt Weinand. Wenn er mal an eine Schwester gerate, die Spritzen minutenlang in der Sonne brutzeln lässt, mache ihn das wütend. Meist habe er aber Spaß, vor allem mit den Kindern. Doch es gibt auch traurige Momente. Einmal musste man einer Schwangeren mitteilen, dass ihr Kind tot ist.

Die Notaufnahme sei nicht mit einer deutschen zu vergleichen. Vier Betten, Thermometer und Blutdruckmessgerät, das sei quasi die komplette Ausstattung. Rettungswagen werden nur zum Transport, nicht für Notfälle eingesetzt. "Die Dienstkleidung besteht aus einer Uniform und Flip Flops", wundert sich der Frankenbacher.

Freizeit

Seine Freizeit verbringt Weinand meist mit den anderen Freiwilligen, macht Ausflüge nach Accra, ans Meer oder in die Natur. Ganz unabhängig von den ständigen Stromausfällen stellt er fest: "Wenn ich jeden Tag beschreibe, klingt es zwar immer wieder wie ein und dasselbe, aber es macht trotzdem unheimlich viel Spaß."

 

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