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Lagerfeuerstimmung im Tourbus

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Sein Konzert am Samstag, 14. November, im Audi-Forum Neckarsulm ist ausverkauft. Rund 1750 Fans aus der Region werden dabei sein, wenn Joris seinen Hit "Herz über Kopf" sowie weitere Songs seines Debüt-Albums "Hoffnungslos Hoffnungsvoll" präsentiert. Natürlich darf auch seine aktuelle Single "Bis ans Ende der Welt" nicht fehlen. Wie es sich seit Monaten im Tourbus lebt und wer während dieser Zeit für saubere Wäsche sorgt, wollte Mika im Gespräch von Joris wissen.

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Interview

Du sahnst einen Preis nach dem anderen ab, bist für die 1Live-Krone als bester Künstler und beste Single nominiert. Gibt es noch etwas, wovon du träumst?
Joris: Wenn Leute meinetwegen auf ein Konzert gehen, ist es etwas ganz Tolles. Dafür bin ich sehr dankbar. Charts oder Nominierungen geben mir nicht ganz so viel. Sie sind auch immer ein wenig willkürlich. Und natürlich habe ich noch große Träume. Zum Beispiel würde ich gerne eines Tages mal mit all meinen Freunden und meiner Familie eine riesengroße Party in einem wunderschönen Haus am See feiern – vielleicht gemeinsam mit Peter Fox. 

Selbst Dreijährige trällern jetzt deinen Hit "Herz über Kopf" – geht er dir nicht langsam auf die Nerven?
Joris: Ich höre den Song ja nur, wenn ich ihn spiele. Wenn ich dann in so viele glückliche Gesichter schaue, geht der Song mir natürlich nicht auf die Nerven. Dann bin ich sehr beseelt davon und glücklich, dass ich einen solchen Song schreiben durfte, den mittlerweile ganz Deutschland kennt. 

Welche Musik hörst du privat? Gibt es einen aktuellen Lieblingsmusiker?
Joris: Während der Tour kommen wir gerne erst um 2 Uhr in den Bus zurück und stehen morgens wieder früh auf. Da fehlt die Zeit zum Musik hören. Auf meiner Agenda zum steht aber noch das neue Album von Boy. 

Du heißt tatsächlich Joris. Ein ungewöhnlicher Name – wurdest du damit als Kind aufgezogen?
Joris: Ehrlich gesagt habe ich mir früher immer gewünscht, dass ich einen normaleren Namen wie Johannes hätte. Aber es war jetzt nicht so, dass ich da krass mit aufgezogen worden wäre. Mittlerweile bin ich natürlich sehr glücklich mit dem Namen. Weil er so einzigartig ist – zumindest im Moment noch (lacht). 

Seit Mai bist du mit deiner Band auf Tour. Mal ganz ehrlich: Wer packt deinen Koffer, wie kommst du an saubere Klamotten?
Joris: Meinen Koffer muss ich auf jeden Fall noch selbst packen – sonst würde ich mir extrem blöd vorkommen. Jede Woche gibt es ansonsten einen Waschtag. Wir geben unsere Sachen bei einer Wäscherei ab und legen sie danach jeder selbst wieder schön zusammen. Bügeln tue ich nicht, dafür bin ich zu faul. 

Ihr übernachtet die meiste Zeit im Tourbus?
Joris: Genau. Im vorderen Teil sind so Vierersitzgelegenheiten und eine Küchenzeile, wo man sich etwas zum Essen machen kann. Abends nach dem Gig sitzen wir da immer noch und trinken etwas, wenn der Bus losfährt. Dieses Straßerunterfahren ist immer sehr beruhigend und wie am Lagerfeuer erzählen wir uns noch Geschichten. Wer müde wird, geht nach hinten. Da gibt es einen abgetrennten Bereich mit jeweils drei Betten übereinander. Es ist zwar eng, aber jeder hat sein normales Bett.

Und keiner schnarcht?
Joris: Zumindest nicht so laut, dass ich es mitbekomme.

Ihr wacht jeden Morgen in einer anderen Stadt auf?
Joris: Genau.

Und wie vertreibst du dir tagsüber die Zeit?
Joris: Nach Interviews und dem Soundcheck erkunden wir meistens die nähere Umgebung. Man schafft es leider nicht, sich komplett die Stadt anzuschauen. Häufig schauen wir uns nur ein bisschen außen um, bevor es zurück und dann auf die Bühne geht, wo ich hingehöre.

Als du im Juni bei Rea Garvey als Vorgruppe im Heilbronner Wertwiesenpark aufgetreten bist, hast du dich mit deinem Kapuzenpulli anschließend unters Volk gemischt. Kannst du das heute auch noch?
Joris: Auf meinen eigenen Konzerten erkennen mich die Leute logischerweise sofort. Im Sommer auf Festivals habe ich es sehr genossen, anderen Bands anzuschauen. Nach meinen eignen Konzerten gehe ich noch mal eine Stunde raus und mache mit jedem ein Foto und unterhalte mich kurz. Das ist wichtig für mich.

Also Ansage an die Fans: Nach dem Konzert nicht gleich wegrennen. Wer dich jetzt aber noch nicht kennt: Wie würdest du dich mit drei Worten beschreiben?
Joris: Konträr. Natürlich musikalisch und am Boden geblieben, ist das ein Wort?

Wie wäre es mit bodenständig?
Joris: Ja, das ist gut.

Warum darf man dein Konzert am 14. November nicht verpassen?
Joris: Es gibt eine unglaublich gut aussehende Liveband – aber ich muss immer schon vorwarnen, ich bin auch mit dabei. Anosnten ist jeder Abend anders, weil auch das Publikum anders ist. Ich finde, bei den Konzerten entsteht immer eine sehr große Energie zwischen Publikum und Bühne. Das schätze ich sehr und ich glaube, die Leute auch.

Das gibt dir die Kraft, jeden Abend auf der Bühne zu stehen?
Joris: Nein, die Energie trage ich in mir drinnen. Ich mache jetzt seit 20 Jahren Musik. 19,5 Jahre hat das vielleicht niemanden interessiert, aber es hat bereits damals viel Spaß gemacht. Natürlich ist es heute noch toller, wenn so viele Leute da sind und mitsingen können. Das ist immer etwas ganz, ganz besonders.

Wer ist Joris?

Joris Buchholz wird 1989 in Stuhr bei Bremen geboren. Als Landei wächst er in Vlotho bei Bielefeld auf. Vlotho ist eine Kleinstadt mit gerade mal 20 000 Einwohnern – Nachbargemeinden eingerechnet. Joris sagt von sich selbst, dass er den Ehrgeiz und die Liebe zur Arbeit von seinem Vater geerbt hat, der Kinderarzt war. Seine Mutter brachte die Musikalität in die Familie – sie spielte Querflöte und sang im Chor. Von ihr hat Joris auch eine große Portion Einfühlungsvermögen und ein gutes Gespür für Emotionen mit auf den Weg bekommen. Mit fünf Jahren kommt die Musik in sein Leben. Seine Eltern schenken ihm zu Weihnachten ein Schlagzeug: "Da hab ich das erste Mal geweint vor Glück, das weiß ich noch. Das ist bis heute das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe."

Zwei Jahre später lernt Joris Klavierspielen beim Onkel gegenüber. "Ich war nie vorbereitet, habe nie Noten gelernt, aber ich habe es geliebt, wenn er improvisierte und mir etwas vorspielte. Während die Noten tot auf Papier liegen, entfacht das Intuitive plötzlich ein Feuer in mir." Es dauert nicht lange, bis Joris das Komponieren für sich entdeckt. Nach dem Abitur zieht es Joris nur noch weit weg von Zuhause. Er studiert zwei Semester Ton- und Musikproduktion an der Hochschule der populären Künste in Berlin bevor es ihn weiter an die Popakademie Baden-Württemberg nach Mannheim treibt. Hier kann er sich musikalisch austoben und sein Talent ausleben. Er schreibt Songs, Texte und lernt nach und nach seine komplette Band kennen. Im April diesen Jahres kam dann seine erste CD "Hoffnungsvoll Hoffnungslos" heraus. 

 

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