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Neues Konzept, neue Erfolge?

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Die meisten Studenten, die in Künzelsau Elektrotechnik sowie Antriebssysteme und Mechatronik studieren, stammen aus der Region. Bei den BWL-Studiengängen ist das ganz anders. Hier kommen die Studierenden aus ganz Deutschland. Die Nachfrage ist viel höher. Weil Fächer wie BWL und Kultur-, Freizeit- und Sportmanagement in dieser Form ausschließlich in Künzelsau angeboten werden.

Den hiesigen Industriefirmen nutzt das wenig. Sie brauchen dringend Ingenieure. Das Problem: Die Technikfächer in Künzelsau haben kaum Strahlkraft über die Region hinaus. Und sie sind noch zu wenig auf die Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft zugeschnitten. Die Attraktivität ist vergleichsweise mau. Das soll sich jetzt ändern. Die Devise heißt: Bekannter werden in ganz Deutschland und die hier ansässigen Firmen passgenauer bedienen.

Spezialisiert

Die Geschäftsführer von elf Hohenloher Weltmarktführern haben sich seit April 2015 mit den Verantwortlichen der beiden Studiengänge ausgetauscht. Daraus entstand eine neue Studien- und Prüfungsordnung, die jetzt umgesetzt wird. "Bisher lagen Elektrotechnik sowie Antriebssysteme und Mechatronik inhaltlich sehr nah beieinander“, sagt Professor Wolfgang Ernst, Dekan der Reinhold-Würth-Hochschule (RWH). "Das lösen wir nun auf.“ Spezialisierung heißt das Zauberwort und gilt vor allem für Antriebssysteme und Mechatronik. "Diesen Studiengang richten wir besonders stark auf die Verpackungsindustrie aus, die vor allem im Haller und Crailsheimer Raum vertreten ist“, erklärt Ernst. "Elektrotechnik wollen wir breiter aufstellen, weil die Nachfrage uneinheitlicher ist.“

Für beide Fächer wird jetzt kräftig die Werbetrommel gerührt. Studenten sollen mit dem klaren Ziel nach Künzelsau kommen, bei den hiesigen Firmen prima Karriere machen und ihr Studium noch konsequenter auf potenzielle Arbeitgeber in Hohenlohe ausrichten zu können.

Ziel

Wirtschaft und Hochschule werden deshalb auch im Marketing und Personalwesen viel enger zusammenarbeiten. Am 13. April war der erste Workshop. Ergebnis: "Es wird eine große Werbekampagne geben, in der sich die hiesigen Firmen klar zur Hochschule bekennen“, sagt Christa Zeller, an der RWH zuständig für Kommunikation und Marketing. Bei Wirtschaftsingenieurwesen und Energiemanagement sieht Ernst kaum Handlungsbedarf. Hier stimme das Konzept – und die Bekanntheit. Energieökologie hingegen läuft aus. Das Fach ist am Markt nie angekommen.

Im Zuge der Neuordnung des Campus-Areals wird EBM-Papst für 3,5 Millionen Euro ein Forschungsinstitut für elektrische Antriebe finanzieren. Das könnte Interesse wecken. Die Erweiterung der Hochschule selbstverständlich auch. "Die Lokalität spielt für Bachelorstudenten eine große Rolle. Bei den Masterstudenten ist es umgekehrt.“ Deshalb gelte es, sowohl die Inhalte neu zu strukturieren und besser zu verkaufen, als auch den Campus attraktiver zu gestalten. "Noch kommen die Technik-Studenten aus einem Umkreis von 80 Kilometern.“ Diese regionale Bindung sei zu eng.

Harald Unkelbach, IHK-Präsident und Vorsitzender der Stiftung Würth, sieht Hohenlohe nach wie vor unterversorgt mit Studienplätzen: "Umso wichtiger ist es, die technischen Studiengänge attraktiver zu machen und auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zu spezialisieren. Wir müssen Fächer haben, die es in dieser Kombination nur hier gibt.

Wettbewerb

Die Neukonzeption der technischen Studengänge ist das eine, um die Reinhold-Würth-Hochschule noch bekannter zu machen. Die Erneuerung und Erweiterung des Campus das andere ganz wichtige Moment. Die drei Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs stehen seit Januar fest (wir berichteten). Jetzt wird verhandelt, wie der Entwurf für den neuen Campus am Fluss aussehen könnte, der dann in einen Rahmenplan mündet. Die Hochschule will zunächst ein neues Gebäude mit Hörsälen, Seminarräumen und Laboren bauen. Auch zusätzliche Parkplätze und ein Studentenwohnheim sind geplant. Der Ventilatorenbauer EBM-Papst finanziert ein Forschungsinstitut für elektrische Antriebe.

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