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Umstrittene Straßenkunst

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Über Kunst lässt sich streiten, vor allem wenn sie sich im öffentlichen Raum befindet. Dies zeigte sich einmal mehr im städtischen Bauausschuss, wo die Räte die Ergebnisse eines kleinen Wettbewerbs zur Gestaltung der Stadtbahn-, Auto-, Radler- und Fußgänger-Unterführung am Sülmertor zwischen Heilbronner Nordstadt und Industriegebiet zur Kenntnis nehmen sollten. Wie berichtet hatte sich eine Jury aus Architekten,

Kunsthistorikern, Stadträten, Bahn- und Verwaltungsvertreten sowie Jugendgemeinderäten (JGR) einstimmig auf den Sprayer Adrian Falkner aus Basel festgelegt. Er plant eine bis zu einen Meter breite und 150 Meter lange Wellenlinie, deren Auf und Ab seine persönliche Vita widerspiegle, aber auch das Thema Geschwindigkeit und an einer "schwierigen Stelle“ die Verbindung zweier Stadtteile, wie Daniela Branz und Johannes Straub vom Hochbauamt und Baubürgermeister Wilfried Hajek anschaulich ausführten.

Aus den genannten Gründen stellte sich allen voran JGR-Vorsitzender Osman Cakir hinter das Werk. Zudem gebe es in der Szene einen Ehrenkodex, der es verbiete, das Werk anderer Graffiti-Künstler zu verunstalten. Der bunte Alternativentwurf des aus Heilbronn stammenden Leo Volland (Berlin) reize hingegen geradezu zum Übermalen einzelner Felder.

Kritik

Nichts anfangen kann mit der schwarzen Linie CDU-Stadtrat Thomas Randecker. Sie passe "überhaupt nicht“ zu der gelblichen Lamellen auf der Südseite des Durchgangs. Nicht nur er hätte sich gerne "etwas Freundlicheres“ gewünscht, auch Herbert Tabler (SPD), der von einem "Angstraum“ sprach. Birgit Brenner (Bunte) hätte lieber "etwas zur Verbesserung der Verkehrssicherheit“ gesehen. "Es spricht für unsere Gesellschaft, dass wir uns so eine Diskussion überhaupt leisten können“, meinte Heiner Dörner (FWV) voller Ironie. Dass er zunächst auch skeptisch gewesen sei, gab Karl-Heinz Kimmerle (Grüne) zu. Heute sei er indes begeistert. Den starken Schwarz-Gelb-Kontrast verglich er mit dem Landeswappen. Die "fast zwei Welten verbindende waveline“ sei "ein Bekenntnis zur Alternativkunst, großstädtisch, modern, jung, kreativ“. So sah es auch Tanja Sagasser-Beil (SPD). "An Schulen oder Kliniken würde das nicht passen, hier aber schon.“ Sie wünsche sich , dass die freie Kunstszene öfter in die Stadtgestaltung eingebunden wird.

Begeisterung

Gottfried Friz (FDP), der einst den legendären Sprayer von Zürich zu Gast hatte, machte aus seinem Faible für Graffiti keinen Hehl und nannte die Linie "einfach genial“. "Wir sollten dieser Kunstart eine Chance geben“, betonte Anna Christ-Friedrich (SPD), die wusste, dass selbst Kirchen nicht vor Vandalismus gefeit seien.

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