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Minderjährige Flüchtlinge

Haus für minderjährige Flüchtlinge

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Sie stehen einfach da oder werden kurzfristig angekündigt. Fast alle haben eine monatelange Odysee hinter sich, sind psychisch und körperlich am Ende. Von jetzt auf nachher müssen sie untergebracht, fachlich betreut und ihre Bedürfnisse ermittelt werden: unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, im Behördendeutsch Umas genannt. Rund 90 befinden sich zurzeit im Heilbronner Stadtgebiet. 1,11 Prozent aller Umas, die in Baden-Württemberg eintreffen, muss die Stadt Heilbronn aufnehmen..

Eine Art Inobhutnahmestelle zur Erstversorgung dieser Jugendlichen geht in den nächsten Tagen im Heilbronner Stadtteil Kirchhausen in Betrieb. Die Betriebserlaubnis ist schon seit Monaten erteilt, doch erst noch muss das Brandschutzkonzept von der Stadt Heilbronn abgenommen werden. Dann kann der Jugendhilfeträger St. Josefspflege mit Sitz in Mulfingen im Auftrag des Amts für Jugend, Familie und Senioren im katholischen Pfarrhaus in der Schlossstraße das sogenannte Clearinghaus eröffnen.

Acht Plätze

Unterkommen werden dort acht 14-bis 18-Jährige, in der Regel junge Männer. Die St. Josefspflege betreibt im Auftrag der Stadt Heilbronn bereits eine Inobhutnahmestelle für Jugendliche von hier.

Die katholische Kirchengemeinde St. Alban hat das aus den 70er Jahren stammende Gebäude in den vergangenen Monaten umgebaut: Zur Verfügung stehen jetzt zwei zusammengelegte Wohnungen im ersten Stock, mit Doppel- und zwei Einzelzimmern, sowie einem großen gemeinsamen Ess- und Wohn- und Aufenthaltsraum. Die Kosten dafür belaufen sich voraussichtlich auf rund 90 000 Euro, teilte der katholische Kirchenpfleger Theo Rappold auf HSt-Anfrage mit.

Der zweite Vorsitzende der Kirchengemeinde, Paul Ulbrich, hat sich in den vergangenen Monaten stark engagiert, um den Umbau kurzfristig hinzubekommen. Er half beim Planen und Organisieren und legte auch bei den praktischen Bauarbeiten immer wieder selber Hand an. Unterstützt wurde er von Wilfried Senghaas und Gerhard Remmlinger, die etwa die kompletten Malerarbeiten übernommen haben.

Die Wohnung des Pfarrers, die seit dem Tod von Pfarrer Joseph Sundarai im März 2015 leer steht, ist von der Umnutzung nicht betroffen. Sie befindet sich im Erdgeschoss und hat einen eigenen Eingang. Pater Antony wohnt in Neckargartach, er ist in der Seelsorgeeinheit auch für die Katholiken in Neckargartach und Biberach zuständig.

Fachpersonal Fachpersonal für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Umas zu bekommen, sei zurzeit ziemlich schwer, sagt Andreas Berns, Verwaltungsleiter der Josefspflege. Trotzdem steht das Team: Im Clearinghaus werden 5,5 Vollzeitmitarbeiter mit Dolmetscher arbeiten, dazu kommt ein Psychologe für die Betreuung der häufig traumatisierten Jugendlichen.

Warum eine Clearingstelle wichtig ist, erläutert Dietmar Stadler vom städtischen Jugendamt. Die Jugendlichen kommen häufig ohne Papiere, einige waren schon in anderen Kommunen untergebracht. Alter, Herkunftsland, Gesundheitszustand, psychische Verfassung, Therapiebedarf – alles muss geklärt werden. Davon hängt ab, ob die Umas später im betreuten Jugendwohnen oder bei einer Pflegefamilie untergebracht werden können. Auch der passende Schulplatz muss gesucht werden.

Die Kirchhausener Bevölkerung stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber, heißt es. Sobald das Haus belegt ist, wird sich ein ehrenamtlicher Freundeskreis bilden.

 

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