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Dampf ablassen zu Techno-Tönen

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In eine alternative Zukunft entführen die Gründer von Creme 21 am Samstagabend hunderte Clubber aus der Region. Die diesjährige PTX-Party steht unter dem Motto Steampunk. Die Gäste betreten durch die Eingangstür ein Zeitalter, dass sich irgendwann in der viktorianischen Epoche von der Realität gelöst hat und seitdem die Ästhetik von Rundstahlketten, Bolzen und Zahnrädern verehrt.

Bass

Schon von Weitem schallt herannahenden Partygängern der Bass der Techno-Musik entgegen, zu der die Menschen auch in dieser Parallelwelt ausgelassen tanzen. Die elektronischen Melodien mischen sich dabei mit Merkmalen von Drumstep, Glitch Hop und Grime, was insgesamt eine düstere Stimmung ergibt.

Wie sehen sie aus, die Menschen aus der etwas anderen Zukunft? Die für den Abend engagierten Künstler machen es vor: Sie laufen auf Stelzen, spucken Feuer oder tragen bunte, gefiederte und großzügig geschnittene Kleider wie die Tänzerinnen beim Karneval in Rio. Ganz so weit gehen die Steampunk-Anhänger unter den Feiernden zwar nicht – hier und da lässt sich dennoch ein gesteifter Manschettenärmel oder ein dekoratives Zahnrad erblicken.

Altmetall

Auch das DJ-Pult brilliert in Steampunk-Optik. Neben großen und kleinen Zahnrädern als dominantem Schmuckstück sind auch Orgelpfeifen aus gerostetem Metall, Ziffernblätter mit römischen Zahlen, Wellblech, Rundstahlketten und natürlich Diskokugeln um den Musikmacher zu finden.

Aber auch Christbaumkugeln und Sterne hängen von der hohen Hallendecke. Silbernes Lametta glänzt auf die Partygänger herab. Hat man hier aussortierten Christbaumschmuck wiederverwendet? "Ich finde das toll“, meint die 27-jährige Jacqueline. "So eine Recyclingparty ist gut für die Umwelt.“

Herzklopfen

Auch ein paar "ältere“ Gäste mischen sich unter das Partyvolk. Gregor (49) begleitet seine 33-jährige Schwester Tina und muss sich an die wummernden Beats erst gewöhnen. "Da sind immer wieder so komische Geräusche mitten in der Musik“, kommentiert er die Elemente aus dem Dubstep-Genre.

Die ehemalige Werkhalle stellt ihre Eignung für Partys und dergleichen einmal mehr unter Beweis. Zuletzt haben sich hier Vampire und Horrorclowns zur Halloweenparty getroffen. Schwerlich lässt sich aber ein Thema finden, das zu den dicken Stahlstreben und der sich himmelwärts windenden Metalltreppe besser passt als der Steampunk. Umgekehrt wäre der Stil in den meisten Clubs der Stadt fehl am Platz.

Geheimnisse

Schon frühere PTX-Partys haben die Clubber an Orte geführt, die nicht von diesem Planeten sind – so beispielsweise 2011 "To the Moon and Back“, zu Deutsch "Zum Mond und zurück“, und letztes Jahr ins "Mystery Land“, also ins "Land der Geheimnisse“.

Bei alledem ist es eine Fügung der realen Vergangenheit, die diese Veranstaltung ermöglicht hat. "Wenn das E-Werk noch liefe, könnten wir hier nicht feiern“, meint der 28-jährige Stefan treffend. Das E-Werk war bis 1930 in Betrieb, danach waren die Geräte veraltet.

Steampunk

Wie sähe die Gegenwart aus, wenn die Zukunft in der Vergangenheit anders vorbereitet worden wäre? Diese Frage stellen Anhänger der Steampunk-Bewegung, die das 19. Jahrhundert mit einer alternativen Zukunft verknüpft. Ihr Name setzt sich aus "steam engine“, englisch für "Dampfmaschine“, und der Punk-Kultur zusammen. Touchscreens sind für Steampunk-Fans nichtssagend – sie bevorzugen Zahnräder, Kolben und Ziffernblätter. 

 

 

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