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Mutmaßlicher Berliner Attentäter getötet

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Der wegen des Berliner Terroranschlags europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri ist tot. Der 24-Jährige wurde am frühen Freitagmorgen bei Mailand von der Polizei bei einer Straßenkontrolle erschossen, wie der italienische Innenminister Marco Minniti am Freitag in Rom sagte. Der mutmaßliche islamistische Terrorist habe "ohne zu zögern“ seine Waffe gezogen und geschossen, nachdem er nach seinen Papieren gefragt wurde.

Die Bundesregierung bestätigte den Tod Amris zunächst nicht offiziell. "Ich würde Sie da ein bisschen um Geduld bitten. Die Dinge sind im Fluss“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Nach dem 24-jährigen Tunesier war seit Donnerstag mit deutschem Haftbefehl gefahndet worden. Es bestanden kaum noch Zweifel, dass Amri für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit mindestens zwölf Toten verantwortlich ist.

Schusswechsel 

Nach dem Anschlag soll Amri mit dem Zug über Frankreich nach Italien gereist sein. Am Bahnhof Sesto San Giovanni im Großraum Mailand begegnete er nach Polizeiangaben um etwa 3.30 Uhr den Polizisten begegnet, die ihn bei einem Schusswechsel töteten. Ein an der Schulter getroffener 36-jähriger Polizist schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte Minniti.

Den Angaben des Ministers zufolge besteht nach "allen Untersuchungen, die man in so einem Fall unternimmt“, kein Zweifel daran, dass der erschossene Mann der Gesuchte Amri ist. Laut unbestätigten Medienberichten wurde er über Fingerabdrücke und Gesichtsmessungen identifiziert.

Der Tunesier hatte jahrelang in Italien gelebt, zeitweise in Haft. Seine Fingerabdrücke wurden mehrfach an dem Lkw sichergestellt, der am Montagabend in die Budengasse nahe der Gedächtniskirche gerast war.

Polizei rechtfertigt Untersuchung des Lkw-Fahrerhauses

Auf Amris Spur waren die Ermittler gekommen, als sie im Lastwagen seine Duldungspapiere fanden. Das geschah aber erst am Dienstag, weil die Fahrerkabine zunächst versiegelt worden war.

"Es gibt kriminaltechnische Standards, wie lange kriminaltechnische Untersuchungen dauern, die halten wir auch konsequent ein“, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt am Freitag in einer Sitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus. Es gehe nicht nur darum, einen Täter festzunehmen, sondern auch darum, die Taten vor Gericht zu beweisen. "Dazu gehört eben auch, dass man nicht Spuren vernichtet, sondern die Standards einhält.“

Amri, der 2015 über Freiburg nach Deutschland einreiste, war Medienberichten zufolge in Italien und Tunesien bereits zu langen Haftstrafen verurteilt worden. 

Deutschland macht sich auf höchster Ebene für leichtere Abschiebungen von Tunesiern in ihr Heimatland stark, wie eine Regierungssprecherin am Freitag mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle das Thema Rückführungen am Nachmittag bei einem Telefonat mit dem tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi anschneiden.

Die deutschen Behörden überprüften nach dem Anschlag von Berlin Sicherheitsmaßnahmen auf allen Ebenen und verstärkten sie vielfach, bekräftigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Gehen Sie ganz generell davon aus, dass alle Behörden in Bund und Ländern nach solchen Anschlägen alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen noch einmal durchgehen, sozusagen jeden Stein umdrehen.“ Welche Schritte nach dem Anschlag im Detail ergriffen worden seien, wolle er nicht sagen - damit Menschen, die etwas planten, davon nichts erführen.

Die Bedrohungslage durch Terror bleibt dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni zufolge auch nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters von Berlin hoch. "Die Bedrohung wird nicht unterschätzt“, sagte er am Freitag in Rom. Italien sei stolz auf seine Sicherheitskräfte. Ein besonderer Dank gehe an den jungen Polizisten auf Probe, der bei dem Einsatz verletzt wurde.

Identifizierung einiger Todesopfer dauert an

Einige der Schwerverletzten des Terroranschlags kämpften auch am Freitag weiter um ihr Leben. Es seien 53 Menschen verletzt worden, 14 von ihnen sehr schwer, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) bei einer Sitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus. Bislang seien sechs Todesopfer identifiziert. Die Identifizierung der übrigen Toten dauere an.

Wegen der möglichen Vorbereitung eines Anschlags auf das riesige Einkaufszentrum Centro Oberhausen nahm die Polizei derweil zwei Männer fest. Nach einem Hinweis aus Sicherheitskreisen drangen Spezialeinheiten in der Nacht zum Freitag in eine Wohnung in Duisburger Stadtteil Marxloh ein. Die beiden Verdächtigen, zwei im Kosovo geborene Brüder im Alter von 28- und 31 Jahren, kamen in Gewahrsam. Die Polizei ging nach ersten Ermittlungen nicht davon aus, dass ein Anschlag unmittelbar geplant war. Auch wurde keine Verbindung zu dem mutmaßlichen Berliner Attentäter Amri gesehen.

 

 

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