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Die Eleganz der Mathematik

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"Reise durch die Eleganz der Mathematik“, lautet der Untertitel des Buches, das Mathias Häberle einmal als Preis bekommen hat. Nicht jedem erschließt sich diese Eleganz, dem 19-jährigen Brettacher aber durchaus. Gerade wurde er, nach einer Ehrung vor zwei Jahren, mit einem zweiten Preis beim Bundeswettbewerb Mathematik ausgezeichnet. Mit Elan macht er sich jetzt auf diese besondere Reise. Das Studium in Heidelberg ist angelaufen, die WG eingerichtet, der fahrbare Untersatz gangbar gemacht. Seine Augen leuchten, wenn er von den Fächern spricht, die er zunächst für den Bachelor-Studiengang hört: Lineare Algebra, Analysis, Einführung in die praktische Informatik.

An die Uni

"Im Gymnasium habe ich schnell gemerkt, dass mir die Naturwissenschaften mehr Spaß machen als der ganze Rest“, sagt Mathias sehr bestimmt und macht keinen Hehl daraus, dass er froh ist, die Schule hinter sich gelassen zu haben und endlich studieren zu können. Sprachen und Sport, das sei nie sein Ding gewesen. Mathe, das habe er einfach schnell verstanden.

"Ich habe selten einen Schüler gehabt, der selber so genau wusste, wo es hingehen soll“, sagt auch sein ehemaliger Mathelehrer Frank Schumacher vom Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt. Schumacher war es, der seinen Schüler auf den Bundeswettbewerb aufmerksam machte. Dabei waren in zwei Runden anspruchsvolle Aufgaben aus Algebra, Geometrie und Zahlentheorie zu bewältigen. Die Preisträger aus Baden-Württemberg wurden kürzlich gemeinsam mit den Preisträgern aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland bei einem Festakt in Stuttgart ausgezeichnet. Dabei kamen von den 24 Preisträgern aus Baden-Württemberg die meisten aus größeren Städten – und die jungen Männer waren bis auf eine junge Frau unter sich. Es sei ein recht feierlicher Akt gewesen, erzählt Mathias Häberle, mit einem gemeinsamen Essen und einem Besuch der Stuttgarter Börse. Gefreut hat den Jungstudenten aber auch der Geldpreis von 500 Euro.

Forschergeist

Was macht so ein Mathecrack noch – außer, dass er sich über Zahlentheorien den Kopf zerbricht? Mathias Häberle ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und spielt Trompete beim Musikverein Langenbeutingen. "Ach ja, seit August bin ich Jugendleiter“ ergänzt der schlanke junge Mann so nebenbei. Seinem Forschergeist gibt er auch im Neuenstädter Fab-Lab, der Experimentierwerkstatt des Jugendvereins Brückedächle, Nahrung. "Ich baue dort aktuell eine Binär-Uhr. Da kann ich auch mal was Handwerkliches tun, wie Löten zum Beispiel.“ Wenn die Uhr mal fertig ist, möchte er seine Erfahrung mit anderen teilen.

Konfrontiert mit fragenden Blicken, lacht er verschmitzt und ist sich durchaus bewusst, dass es nicht alltäglich ist, wofür er so brennt. "Wir haben unseren Kindern immer vermittelt, dass sie auch durchziehen, was sie anfangen“, erzählt Mathias Häberles Vater Ralf, der als Meister und Gruppenführer bei Audi arbeitet, seine Frau ist kaufmännische Angestellte in einem Neuenstädter Betrieb. Mathias Häberles 27-jährige Schwester Stefanie hat das schon geschafft. Die Biologin arbeitet gerade an ihrer Doktorarbeit über Autoimmunsysteme.

Die Eltern sind stolz auf den Erfolg ihres Sohnes, aber verhätscheln wollten sie ihn nie. Darum verdient er sich schon länger nebenher ein bisschen Geld. Derzeit jobbt der Mathefreak im Supermarkt, als Aushilfskraft in der Getränkeabteilung. Manchmal würde er auch beim Einkaufswagenzusammenschieben eingesetzt, erzählt er. Das sei dann entspannend für den Geist.

 

 

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