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Simprechtshausen hat Schwein gehabt

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Bis vor kurzem stand der Termin für die Theaterpremiere noch auf der Kippe, denn die alte Schule von Simprechtshausen wurde behindertengerecht umgebaut und renoviert. Die Bauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Ein passenderes Stück hätten die Schauspieler vom Jugendclub also nicht finden können: "Nochmal Schwein gehabt!“, ein Schwank in drei Akten von Uta Gessler.

Verwechslungen

Tante Rosa lässt ihr Haus renovieren und zieht so lange auf den Hof ihrer Nichte Johanna. Bauer Karl ist spielsüchtig, Tochter Melanie will den Tierarzt Sven heiraten, hat aber kein Geld, Sohn Klaus ist in Frauengeschichten verstrickt. Als die Magd Elfriede ein Gespräch belauscht, kommt es zu verhängnisvollen Verwechslungen um Tante Rosa und das letzte Schwein auf dem Hof.

Schon im vergangenen Jahr war "Nochmal Schwein gehabt!“ in der näheren Auswahl. "Wir suchen immer das witzigste Stück. Aber es kommt auf die Spielerzahl an. Wenn wir acht Leute haben, dann nehmen wir eben eines für acht“, sagt Regisseurin Cornelia Korn (42). Und das ist in dieser Spielsaison der Fall. Seit Mitte September probt der Jugendclub dreimal die Woche, seit Dezember sogar viermal.

Auf den Tischen stehen noch Akkuschrauber, Klebebänder, Bierdosen und Süßigkeiten. Martin Schmieg (38) tackert ein Schwäbisch-Hällisches Plüschschwein fest. "Bei der Bühne helfen alle zusammen“, sagt der gelernte Schreiner. Das sei auch das Wichtigste für ihn: der gute Zusammenhalt in der Gruppe.

Seit 1982 wird im Jugendclub Simprechtshausen Theater gespielt. Damit finanzieren die rund 50 Mitglieder gemeinsame Feste und Ausflüge, etwa in den Tierpark Bad Mergentheim. Am Wochenende trifft man sich in der eigenen Club-Bar. "Im Moment haben wir viel Nachwuchs“, erzählt Andreas Bissinger (23), der den Bauerssohn Klaus spielt. Er studiert Mechatronik an der Hochschule Heilbronn und ist im Vorstand des Jugendclubs: "Weil ich hier in der Nähe studiere, kann ich mir das leisten.“

So jung ist der 1979 gegründete Jugendclub nicht mehr. Rainer Fuchs ist mit 43 Jahren der Dienstälteste. Er darf die Hauptrolle spielen, den plumpen, meist betrunkenen Bauer Karl. Bis zur Premiere am 7. Januar ist noch etwas Zeit, doch die ersten Szenen sitzen schon: Klaus schleppt den torkelnden Bauer an den Wohnzimmertisch. Darunter versteckt sich Melanies Liebhaber mit einem Schweinchen im Arm. Als Klaus seinem Vater die Stiefel ausziehen muss, wird ihm schlecht.

Zurückhaltend

Die Mutter Johanna wird von Stefanie Siebig (35) gespielt. Wegen der Geburt ihres Kinds setzte sie einige Zeit aus. Eigentlich wollte sie lieber die Tante Rosa spielen, die Rolle war aber bereits besetzt. Von wem, das ist noch geheim. Siebig fühlt sich wohl in der Schauspielgruppe und erfreut sich an vielen Erinnerungen: Als sie bei der letzten Premiere wütend die Schnapsflasche auf den Tisch stellen wollte, ging sie zu Bruch. Die anderen überspielten das Missgeschick einfach. Im Publik habe wohl niemand etwas bemerkt.

Meistens seien die Stücke ausverkauft, meint Rainer Fuchs: "Anfangs sind die Leute noch zurückhaltend, am Schluss kriegen sie keine Karten mehr."

 

 

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