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Turm wird umgetauft

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Manche sehen in ihm das Wahrzeichen der Heilbronner Theresienwiese. Hunderten Menschen hat er im Zweiten Weltkrieg das Leben gerettet. Ein städtischer Amtsleiter meinte einmal: "Der steht doch nur rum, wir würden ihn am liebsten abreißen." Der Mann sprach für viele, die mit diesem Koloss aus unheilvollen Tagen nichts mehr anfangen können. Gleichwohl hat ihn die Stadt 2014 sogar saniert: für knapp 100 000 Euro. Ganz abgesehen von mutmaßlich unverhältnismäßig hohen Rückbaukosten: Dem Abbruch des angeblich bundesweit einmaligen Turmes steht vor allem der Denkmalschutz im Wege. Immerhin dies soll sich aber nun ändern: der Name.

In seiner Sitzung vom Dienstag, 2. Februar, die um 15 Uhr im Großen Ratssaal beginnt, wird der Gemeinderat darüber entscheiden. Die Empfehlung der Verwaltung lautet so: Der Name General-Wever-Turm sei "heute nicht mehr zeitgemäß; er wurde vom NS-Regime vergeben, hat keinen Bezug zu Heilbronn und lässt die frühere Funktion des Turmes nicht erahnen."

Vorgeschlagen wird eine Umbenennung in "Bunkerturm Theresienwiese". Dadurch soll sowohl die frühere Funktion als auch der Standort deutlich gemacht werden. Die Umbenennung, so heißt es ausdrücklich, geschehe unabhängig von einer möglichen künftigen Nutzung. Von einer Zuchtanstalt für Champignons bis zur Bunker-Bar sind bisher alle Ideen gescheitert.

Historie

Soviel steht fest: Der Turm wurde im Herbst 1940 von der Firma Dyckerhoff & Widmann aus Düsseldorf im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums durch das für Heilbronn zuständige Luftgaukommando VII München errichtet. Seinen Namen bekam er laut Stadtarchiv "wohl nach 1942": zur Erinnerung an den 1936 in Dresden mit einem Flieger tödlich verunglückten Generalstabschef der Luftwaffe Walther Wever (1887-1936). Der Preuße gehörte im Ersten Weltkrieg der Obersten Heeresleitung an. Er setzte seine militärische Laufbahn über die Weimarer Zeit hinaus in Hitlers NS-Staat fort, wo er im neu eingerichteten Reichsluftfahrtministerium zum ersten Generalstabschef der Luftwaffe avancierte.

Nach dem Krieg wurde sein Name beibehalten. Wegen später installierter Reklamelettern sprachen viele auch vom MAN-Turm. Teilweise gab es aufgrund der Schreibweise die Meinung, Wever sei ein amerikanischer General gewesen. Der ursprüngliche Name geriet erst wieder ins allgemeine Bewusstsein der Stadt, als der Bumkerturm im Jahr 2000 zum Tag des offenen Denkmals vorübergehend zugänglich gemacht wurde.

Eigentum

Das Rechtsamt der Stadt hat laut Ratsdrucksache erst im Jahr 2015 festgestellt, dass der Turm tatsächlich im Eigentum der Stadt ist und die Namensgebung letztlich Sache des Gemeinderates ist, der bereits anderen bestehenden Gebäuden in Heilbronn neue Namen gab, etwa dem Wilhelm-Waiblinger- und dem Otto-Rettenmaier-Haus.
 

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